# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1859_S150 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 150 Lobrede auf die General⸗Synode. hatte sich auch Dörfler wieder berufen lassen. Am Tage darauf, den 24. Febr., erschien Diak. Hochstetter als Synodalbevollmächtigter in Toledo, um, wie es im Bericht heißt, „den fanatischen Meuterer im Auftrage des K. Ministerii öffentlich von dem angemaßten Amte abzusetzen.“ Er las Herrn Dörfler zuerst das Decret in seiner Wohnung vor, der dagegen protestirte, und vollzog auch noch an demselben Abende in der Kirche, wie es heißt, „unter Insultationen“ die Absetzung öffentlich. Können wir nun auch das Verfahren der Buffalo⸗Synode in diesem Falle nicht in allen Einzelnheiten gutheißen, so meinen wir doch, daß sich auch hier wieder der chiliastische Geist in einer Weise geoffenbart hat, die ihn als einen höchst gefährlichen kennzeichnet, der die Kirche mehr und mehr in neue Noth und Jammer zu stürzen droht. ———— ———— Lobrede auf die Generalsynode. Eine solche findet sich in dem bekannten Organ dieser Körperschaft, dem Luth. Observer, vom 18. März, worin es u. A. folgendermaßen heißt*): „Es scheint, daß unsere skandinavischen Brüder in Wisconsin von einem Vorurtheil gegen die Generalsynode eingenommen sind, fast in demselben Grade wie einige deutsche Synoden im Westen und Nordwesten. Sie sind in Bezug auf die vielfach falsch dargestellte und geschmähte Generalsynode in einer beklagenswerthen Täuschung befangen. Sie scheinen in Betreff der Orthodoxie der Generalsynode Zweifel zu hegen. Ist das nicht seltsam? Daß diese Gemeinschaft von Lutheranern, welche durch die Generalsynode repräsentirt ist, diese edelste Gemeinschaft von Lutheranern in der ganzen Welt, in den Verdacht fallen sollte, daß es ihr irgendwie an Orthodoxie mangele, ist in der That ein sonderbares Mißverständniß. Werfen wir unsere Blicke auf das Lutherthum in allen Ländern, und wenn wir den religiösen Zustand der dreißig Millionen betrachtet haben, welche den Namen des ruhmvollen Reformators in allen Ländern Europa's und Amerika's, wo es Lutheraner gibt, tragen; so müssen wir zu dem Schlusse kommen, daß derjenige Theil der Kirche, welcher in der Generalsynode repräsentirt ist, die reinste, die orthodoxeste, die evangelischste lutherische Gemeinschaft in der Welt ist. Sie läßt den Geist Luther's mehr herrschen und vollbringt seine Werke mehr als irgend eine andere. Sie hat die tiefste Ehrfurcht vor dem Namen und Character und den Schriften des großen Reformators. Wenn Luther selbst aus seinem Grabe aufstehn oder vom Himmel herabsteigen könnte, um unter uns eine Zeit lang zu wohnen; so kann kein Zweifel sein, daß er von all' den Millionen, welche seinen Namen tragen, die Generalsynode der Vereinigten Staaten als den Theil der Kirche seines Namens auswählen würde, mit dem er sich vereinigen würde. Hier würde er sich heimisch fühlen; hier *) Die Uebersetzung hat Hr. Conr. Schick anzufertigen die Güte gehabt. D. R.