# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1859_S149 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Zur Geschichte des americanischen Chiliasmus. 149 mit den anwesenden Ministerialen darin herzlich einverstanden sei, daß so bald als möglich ein Vacanz⸗Prediger von der Synode von Buffalo hier eingesetzt werde. In der Zeit von jetzt bis zur Abhaltung der bevorstehenden Synode zu Buffalo habe die Gemeinde Raum, sich um die Prüfung der Lehre nach den lutherischen Symbolen und sonderlich nach dem Katechismus Lutheri zu bekümmern. Sonderlich aber hätte sie zu der bevorstehenden Synode ihren Vacanz⸗Prediger, sowie einen, zwei oder drei Deputirte zur Synode zu schicken, da denn die Synode nach ihrem Amt und Beruf die neue Lehre, welche Jowa jetzt bringt, aus Gottes Wort und den Symbolen der Kirche beleuchten werde. Dadurch würde dann die ganze Gemeinde zu Toledo in den Stand gesetzt, die Lehre nach Gottes Wort und dem Katechismo desto besser zu prüfen und nach solcher Prüfung sich gründlich und ordentlich zu entscheiden, ob sie Ursache habe, eine Trennung von der Buffalo⸗Synode zu begehren. Nachdem alle Anwesenden sich hiermit christlich einverstanden erklärt hatten, blieb die Gemeine in dem Beschluß einig. Darauf erklärte der Senior Ministerii, es sei zu hoffen, daß in drei Wochen diese Gemeinde mit einem Vacanzprediger versorgt werden könne, während welcher Zeit der bisherige Pastor Herr Joh. Dörfler das Amt als Vacanzprediger noch versehen möge. Der Sen. Min. erinnerte hierbei an die Verabredung mit Hrn. Pastor Dörfler, daß wir ihm nach seiner eigenen Erklärung hierbei das Vertrauen schenken, daß er während dieser Zeit, in welcher er die Amtshandlungen noch versieht, nicht die Lehre der Synode von Jowa hier lehren, ausbreiten und predigen werde.“ Letzteres Uebereinkommen war ohne Zweifel, auch abgesehen von der Gefahr, in welche so manche Seele kommen konnte, ein höchst unvorsichtiges und gewagtes. Hatten doch die Visitatoren deutlich genug gesehen, daß Hr. Dörfler es für eine Gewissenssache hielt, seine Schwärmereien nicht nur festzuhalten, sondern auch zu predigen, und daß derselbe die Gemeinde, wie es solcher Geister Art ist, an seine Person gekettet und fanatisirt hatte. So geschah es denn, daß schon am nächsten Tage nach dem getroffenen Uebereinkommen der Vorstand sich versammelte, die Stipulation widerrief und in einem an das Ministerium gerichteten Schreiben, für welches derselbe Unterschriften von Haus zu Haus sammelte und erhielt, bat: „daß ihrem bisherigen Pastor Dörfler gestattet werde, zwei Predigten und Lehr- und Fragstunden aus dem Jowa'schen Chiliasmus zu geben,“ sonst könnten sie nicht überzeugt werden. Nachdem dieses Schreiben der Commission übergeben worden, reiste dieselbe ab und versprach, dasselbe schriftlich von Buffalo aus zu beantworten. Dies geschah unter dem 30. Januar. Aber anstatt einer befriedigenden Antwort gieng bei dem Ministerium am 22. Febr. die schriftliche Meldung ein, daß die Gemeinde mit großer Stimmenmehrheit (fünf Stimmen dagegen) beschlossen habe, um des von ihr als biblisch erkannten Chiliasmus willen sich von der Buffalo⸗Synode zu trennen und an die Jowa⸗Synode anzuschließen. Ehe das Ministerium deshalb Schritte thun konnte,