# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1859_S136 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 136 Auszügliche Mittheilungen aus dem diesjährigen Vorwort ꝛc. Eine „Neue Evangelische Kirchen-Zeitung" ist in dem vergangenen Jahre für das neue angekündigt worden. Die Wahl unsers Titels nur mit einem kleinen leicht zu übersehenden Zusatze können wir nicht in der Ordnung finden, auch wenn wir einen sehr gewöhnlichen Maßstab anlegen. Wenn man durch diesen Titel vielleicht andeuten will, daß das neue Blatt in die Mission eintrete, welche die Evangelische Kirchen-Zeitung früher eingenommen, jetzt aber verlassen habe, so würde solche Andeutung auf losem Grunde beruhen. . . . . . Das neue unter ausländischen Einflüssen stehende Blatt stellt sich über diese Kirche, ja es nimmt auf schwindelnder Höhe einen Standpunct über allen Kirchen ein. Dabei muß es befremden, daß die Mitarbeiter, welche der Prospectus nennt, doch alle Glieder und Diener einer bestimmten Kirche sind, zum größten Theil auf ihr Bekenntniß feierlich verpflichtet, ferner, daß der Herausgeber, Herr Lic. Meßner, und seine Mitarbeiter im Angesichte von Luther, Melanchthon, Arnd, J. Gerhard, Scriver, Bengel, im Angesichte der ganzen Wolke von Zeugen, welche in dem Glauben der Lutherischen Kirche den reinen Ausdruck der Schriftwahrheit fanden, meinen im Besitze des allein untrüglichen Maßstabes zu sein, welchen das Evangelium darbietet und damit das Werk dieser in Gott ruhenden Väter rectificiren zu können. Wenn das Programm die landeskirchliche Union „als ein kräftiges Förderungsmittel der inneren Einheit aller wahren Glieder der Evangelischen Kirche" bezeichnet, so wird solche Phrase wohl vielfach von treuen Gliedern der Evangelischen Kirche mit einem schmerzlichen, von Katholiken mit einem höhnischen Lächeln empfangen werden. Sie zeigt, daß für die „Entlarvung" in unserer Zeit allerdings mannigfacher Stoff vorhanden ist. Wer irgend auf dem Boden der heiligen Schrift und der Kirche steht, der sollte doch wenigstens anfangen, mit dem Lobe der Union vorsichtig zu sein. Es naht jetzt die Zeit, wo an den Unionssüchtigen das Wort in Erfüllung gehen wird: „Da aßen sie und wurden allzusatt, und ihr Gelüste bracht' er ihnen. Sie waren noch bei ihrem Gelüste, noch war ihre Speise in ihrem Munde: da stieg auf der Zorn Gottes gegen sie und würgte unter ihren Fetten und schlug danieder die Jünglinge Israels." Man kann dieser Sache nicht gedenken, ohne zugleich des Ausspruches von Göthe: „was man in der Jugend verlangt, das hat man im Alter die Fülle," ohne an das Schicksal des Crassus gemahnt zu werden, dem das Gold, nach dem er so sehr gedürstet hatte, zuletzt in den Hals gegossen wurde. O über die armen Betrogenen, welche für lachende Erben arbeiten, welche denen den Weg bahnen, die sich (wie z. B. fast jede Nummer der Protestantischen Kirchen-Zeitung zeigt) jetzt schon anschicken, das zu rauben, was auch ihnen werth und heilig ist! Das ungünstige Schicksal, welches bis jetzt alle Unternehmungen der Allianz in Deutschland begleitet hat, dem sein Luther tiefer an das Herz gewachsen ist, als es wohl scheinen möchte, wird, wenn wir nicht irren, auch diesen neuesten Versuch treffen, englischen Sectengeist unter uns einzubürgern. Welch ein rasches Ende hat nicht das im vorigen Jahre begonnene Werk eines der ersten Herolde der Allianz in Deutschland, Bunsen's über die