# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1859_S132 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 132 Auszügliche Mittheilungen aus dem diesjährigen Vorwort ꝛc. ihre Wächter sind blind, sie wissen alle nichts, sondern Hunde sind sie, die nicht bellen können," so steht das Urtheil über sie schon längst geschrieben: „Du Menschenkind, ich habe dich zum Wächter gesetzt über das Haus Israel und du hörest ein Wort aus meinem Munde und du ermahnest sie von meinetwegen. Wenn ich sage dem Bösen, du wirst sterben, und du ihn nicht ermahnest und nicht redest, um den Bösen abzumahnen von seinem bösen Wege, ihn lebendig zu erhalten, so wird er, der Böse, sterben in seiner Missethat und sein Blut will ich von deiner Hand fordern." Wie schrecklich wird die Verantwortung der Träger des Amtes in einer solchen Zeit der Entscheidung, einer Zeit, welche den Anfang des Endes bildet, wie die unsrige, einst am Tage des Gerichtes sein, wenn sie nicht mit dem Apostel sprechen können: „ich bin rein von Aller Blut, denn ich habe euch nichts verhalten, daß ich nicht verkündet hätte alle den Rath Gottes." — . . . . . Was wird aus der Kirche in Deutschland, in Preußen werden, bei diesem erneuerten Anlaufe der Welt, besonders aus der Kirche Lutherischer Reformation, die nach außen so schwach und unbehülflich und hülflos ist. Auch auf diese die Gemüther so viel beschäftigende Frage möge das Wort Gottes uns Antwort geben, das kaum in irgend einem Puncte so reichhaltig, so voll süßen Trostes ist, als in diesem. Wenn wir diese Antwort in dem 46. Psalme suchen, so gehen wir in den Fußstapfen Luthers einher, der auf Grundlage dieses Psalmes sein Lied: Eine feste Burg ist unser Gott sang, und der unter den Schriftstellen, die er im Angesichte des Reichstages in Augsburg zur Aufrichtung für sich und die Seinigen zusammenstellte, unserm Psalm eine Hauptstelle anwies, dessen Inhalt die Alten treffend in dem Worte zusammenfaßten: „Gottes Schild, in Nöthen gilt." — . . . . . Das hohe Privilegium hat die Kirche, daß es mit ihr nie aufs Aeußerste kommt, daß sie nimmer wie die Welt „mit Angst zu Grunde geht", daß sie zwar Verfolgung leidet, aber nimmer verlassen wird, zwar untergedrückt wird, aber nicht umkommt. Und weil sie sich dieses hohen Privilegiums bewußt ist, so läßt sie sich durch die „Nöthe" nimmer zu Concessionen verleiten, sondern hält solche zu machen und den Gegnern auch nur um einen Fuß breit zu weichen für tief unter ihrer Würde. „Gott" das ist der feste Schild, den sie allen solchen Anmuthungen entgegenhält, die von der Welt und dem Satan an sie gestellt werden. O wie wenig vermögen die in unserem Herzen zu lesen, die laut verkündigen, es sei jetzt mit der „kleinen Partei" zu Ende (die übrigens, Gott sei Dank! viel zahlreicher ist, als diese Leute denken), weil der weltliche Schutz ihr entzogen sei, welche meinen, diese Partei werde jetzt haltlos zusammensinken und zu allen Concessionen und Transactionen bereit sein. Nein, jetzt erst wird der Geist recht offenbar werden, der uns stets getrieben hat. Wir haben eine Speise zu essen, da wisset ihr nicht von und in Kraft dieser Speise vermögen wir auch die rauhesten und beschwerlichsten Wege zu wandeln. Unser König wird nicht matt und müde, er ist nicht von uns gewichen, wir sind ihm und er ist uns näher denn je. Je größer die Noth wird, desto herrlicher wird er sich an uns offenbaren, er wird sein Zion beschirmen, wie die Vögel thun, mit Flügeln, schützen, erretten, erlösen und aushelfen. . . . . .