# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1859_S124 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 124 Ueber die Verschiedenheit des Gesetzes in der Missouri⸗Synode ꝛc. erschrecklich zu hören, daß in einerlei Kirchen oder bei einerlei Altar sollten beider Theil einerlei Sacrament holen und empfahen, und ein Theil sollte gläuben, es empfahe eitel Brod und Wein; das andere Theil aber gläuben, es empfahe den wahren Leib und Blut Christi. Und oft zweifele ich, obs zu gläuben sei, daß ein Prediger oder Seelsorger so verstockt und boshaftig sein könnte, und hiezu stillschweigen, und beide Theile also lassen gehen, ein jeglichs in seinem Wahn, daß sie einerlei Sacrament empfahen ein jegliches nach seinem Glauben ꝛc. Ist aber etwa einer, der muß ein Herz haben, das da härter ist, denn kein Stein, Stahl, Demant, der muß freilich ein Apostel des Zornes sein. Denn Türken und Jüden sind viel besser, die unser Sacrament leugnen und frei bekennen; denn damit bleiben wir unbetrogen von ihnen und fallen in keine Abgötterei. Aber diese Gesellen müßten die rechten hohen Erzteufel sein, die mir eitel Brod und Wein geben, und ließen michs halten für den Leib und Blut Christi, und so jämmerlich betrögen. Das wäre zu heiß und zu hart; da wird Gott zuschmeißen in Kurzem. Darum wer solche Prediger hat, oder sich deß zu ihnen versieht, der sei gewarnt vor ihnen, als vor dem leibhaftigen Teufel selbst." — Wir haben nun im Vorhergehenden offen dargelegt, was uns von der General⸗Synode trennt, haben unseres Herzens Meinung unumwunden ausgesprochen, denn uns liegt in Wahrheit daran, daß die lutherische Kirche Amerikas einig werde und Friede in ihren Grenzen herrsche. Aber das kann nicht sein, wenn nicht das, was die Einigkeit hindert, aufgedeckt wird, um es dann mit Gottes Hülfe abzuthun. — Wohlan denn ihr Blätter von der General⸗Synode, sprecht euch nun auch einmal offen aus, was ihr im Herzen gegen uns denkt, und legt die Thatsachen dar, worauf sich euer Widerspruch und euer Widerwille gegen uns gründet. Lasset das viele Reden von Liebe und Brüderlichkeit und Frieden und Erbauung des „geliebten lutherischen Zions" und handelt auch einmal in Wahrheit liebevoll und brüderlich, d. h. bekennet entweder daß „Greul" in der General⸗Synode sind und daß ihr ehrlich gegen dieselben ankämpfen wollt, oder beweiset daß es keine Greul sind, und daß darum unser Kampf gegen euch ein sündiger ist, damit wir die Sünde erkennen und lassen. Aber schonet nur nicht, und lasset aus Schonung den Beweis und die Thatsachen weg. — So lange die General⸗Synode ihre offenbaren Sünden in Bekenntniß und Praxis nicht abthun will, sondern der Wahrheit widersteht und der Präsident der General⸗Synode sogar mit vollen Backen die Ruhmes⸗Posaunen bläst und ausruft: „die General⸗Synode ist bei weitem die reinste und beste lutherische Körperschaft, die es gegenwärtig in der Welt giebt, sowohl in Europa als in Amerika, eine Ehre für unsere Kirche und für unsere Namen, und die mehr verspricht für ein lebendiges und geistliches Christenthum und für die zukünftige Größe und Herrlichkeit unseres geliebten luth. Zions, als irgend wo anders zu finden ist," so lange kann es für uns nur eine, von Gott 2 Thess. 2, 25. vorgeschriebene, Kampfesweise geben: „straft die Widersprecher, ob ihnen Gott dermaleins Buße gebe, die Wahrheit zu erkennen." X.