# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1859_S122 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 122 Ueber die Verschiedenheit des Gesetzes in der Missouri⸗Synode ꝛc. Professor⸗Stuhle zu lassen, ist eine schmachvolle Untreue gegen Gott und die Gemeinden. — Und was ist die eigentliche tiefere Wurzel dieser Treulosigkeit? Warum jagt man diese falschen Propheten nicht weg? Warum? Weil in der General⸗Synode der Respect vor Gottes Wort fehlt, weil man nicht glaubt, daß die Bibel und zwar jedes Wort in derselben Gottes wahrhaftiges Wort ist, denn man glaubt nicht, daß man sich vor den falschen Propheten hüten müsse, man glaubt nicht, daß ein wenig Sauerteig die ganze Masse durchsäuert, man schilt solches Wort Gottes als altlutherische Bornirtheit. Der Unionsteufel hat den Leuten den Indifferentismus in die Herzen gesäet, das ist der eigentliche Sitz des Uebels. — Dazu kommt noch eins, wo keine lebendige Gottesfurcht ist, da muß viel Menschenfurcht sein. Menschenfurcht ist es nun auch, warum man nicht wagt, die schon „sehr frommen und heiligen Leute" anzugreifen, denn das möchte gar leicht die menschlich gesponnenen Fäden, welche die General⸗Synode zusammenhalten, zerreißen, die General⸗Synode möchte auseinander gehen und wo blieben dann alle die großen schönen Werke, die Societies, die Church Extension Society, Lutheran Publication Society ꝛc., alle die vielen Seminaries, Waisenhäuser, Hospitäler u. s. w., u. s. w., diese eigentlichen Götzen der General⸗Synode, denen man alles opfert: Bekenntniß, Ehrlichkeit, Treue, Gottes Wort, die Wahrheit und Gott selbst. Denn wollte man die Wahrheit, Gott, Gottes Wort bekennen, treu und ehrlich sein, — so würde ja die General⸗Synode verschwinden, und wo blieben dann die frommen Anstalten, das „lebendige Christenthum," die amerikanische Religion? — Ja die Generalsynodalisten sind bange, daß ihr Reich in Trümmer gehen möchte, wenn sie treu gegen Gott und sein Wort handeln, die Wahrheit bekennen und falsche Lehrer absetzen. Darum lassen sie nun Alles so im alten sündigen Schlendrian hingehen, sind voller Befürchtungen, daß sich Jemand regen möchte, suchen immer sorgenvoll und sorgsam zu vermitteln, zu vertuschen, zu verdecken, zu beschwichtigen, auch das offenbar elend Sündige soll doch ja geschont, getragen, und mit Milde, Gütigkeit, Sanftheit beurtheilt und wo möglich in Liebe, „brüderlicher Liebe" übersehen werden. Und solche arme, angstvolle, an Brust und Kehle geschnürte Jammerpolitiker wollen noch von Engherzigkeit bei andern Leuten sprechen! Wahrlich wenn auf unsern Collegien von irgend einem Professor öffentlich falsche Lehre geführt würde, es würde unter uns (und Gott gebe, daß es immer so bleibt) ein Feuer entstehen, das Alles in Asche legen könnte. Und lieber sollte ja auch die Missouri⸗Synode tausendmal zu Grunde gehen, ehe sie solche Lehre und falsche Lehrer litte. Denn was liegt an der Missouri⸗Synode? Nichts, die mag in Stücke gehen, wie sie will, wenn nur Gottes Wort und Lehre rein bleibt, denn das kann bald zehn neue Missouri⸗Synoden aufrichten. — Wo ist nun die rechte Weitherzigkeit? — Nun noch eine Thatsache der Treulosigkeit und Lieblosigkeit der