# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1859_S121 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Ueber die Verschiedenheit des Gesetzes in der Missouri⸗Synode ꝛc. 121 daran, ihrer viele werden sich an diesen heftigen, geschwinden Worten des Apostels hart gestoßen und also gedacht haben: Wie handelt St. Paulus so geschwind wider die Liebe? Warum ist er so steif und eigensinnig in einer so geringen und leichten Sache? Warum übergiebt er so schnell dem Teufel dahin ins ewige Verderben, die, so gleich so wohl Christi Diener sind, als er ist? Nach dem allen fragt er nichts; giebt ihm auch nichts zu schaffen, daß sie das Ansehen hatten als fromme, heilige, gelehrte Männer, und derhalben hoch gehalten waren; sondern weil sie die Lehre vom Glauben verrücken, verflucht und verdammt er sie aufs allersicherste, zweifelt auch nicht ein Haarbreit daran, daß er ihnen Recht thue. Also halten wir dieser Zeit auch für verbannet und verdammt alle die, so da sagen, daß der Artikel vom Sacrament des Leibes und Bluts unseres HErrn Jesu ungewiß sei, oder den Worten Christi im Abendmahl Gewalt thue. Denn wir wollen kurzum alle Artikel der christlichen Lehre, sie sein groß oder klein (wiewohl uns keiner klein noch gering ist) ganz rein und gewiß haben, und darinnen nicht ein Titel nachlassen. Und das muß auch sein. Denn die Lehre ist unser einziges Licht, das uns leuchtet und führet, und den Weg gen Himmel weiset: wenn wir uns dieselbe in Einem Stück schwächen und matt machen lassen, ist es gewiß, daß sie ganz und gar kraftlos wird; versehen wir es hierin, wird uns die Liebe nichts helfen. Wir können ohne der Sacramentirer Liebe und Einigkeit wohl selig werden: das kann aber nicht geschehen ohne die reine Lehre und Glauben." Wie kann man nun Universitäten, auf denen falsche Propheten hausen, welche „die Lehre vom Glauben verrücken," empfehlen? Wie kann man Jünglinge, die noch keinen festen Grund in der Lehre gelegt haben, deren Glauben erst gegründet werden soll, auf solche Anstalten schicken, muthwillig in solche Versuchung, solche Seelengefahr stürzen? So spielt und experimentirt man mit dem Glauben und der Seligkeit armer junger Leute und dann will man noch von Liebe, „brüderlicher Liebe" reden? Und mit solchen jungen Leuten, die man auf gut Glück zurüsten läßt, ob ihnen nun die reine oder die falsche Lehre oder ein mixtum von Beiden eingeimpft wird, will man dann die armen Gemeinden versehen, die es dann wieder auf gut Glück ankommen lassen müssen, ob sie lutherisch oder reformirt, oder methodistisch zugearbeitet werden? Und diese unverantwortliche Gewissenlosigkeit und liebloses Unwesen muß dann wohl noch gar den Namen von „brüderlicher Liebe" und gentlemenmäßiger Weitherzigkeit tragen! Hat denn keiner in der General⸗Synode den Muth gegen diesen Greul aufzutreten? Die falschen Lehrer anzuklagen und ihre Absetzung zu verlangen? — In Deutschland, wo die Universitäten Staatsinstitute sind, sind leider den Predigern und Gemeindegliedern die Hände gebunden, daß sie ihrer heiligen, ernsten Pflicht für die Ausbildung der künftigen Diener der Kirche auf Grund der reinen Lehre zu sorgen, nicht nachkommen können. Aber hier, im freien Amerika, wo jedes Synodalglied das Recht und die Macht hat, in die Angelegenheiten der Kirche einzugreifen, hier öffentlich falsche Lehrer auf dem