# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1859_S119 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Ueber die Verschiedenheit des Gesetzes in der Missouri⸗Synode ꝛc. 119 darüber lassen mußten. — Gerade die in der General⸗Synode, denen Gott Gaben „Pfunde" gegeben hat, mögen ja damit „wuchern", aber das sollen sie wissen, daß kein Wuchern möglich ist, dadurch nicht der Teufel böse würde; das sollen sie wohl fassen und beherzigen, daß wenn sie treu sein wollen, sie Verfolgung leiden müssen und am meisten und bittersten, wie der Apostel Paulus, von den „falschen Brüdern." Die erste Thatsache nun, warum wir die General⸗Synode als unehrlich gegen Gott und Menschen bezeichnen, ist ihr heuchlerisches Bekenntniß. Die General⸗Synode stammt von der deutsch lutherischen Kirche ab, diese hat aber nie bloß die Augsburgische Confession und den kl. luth. Katechismus zu ihrem Bekenntniß gehabt, sondern auch die Apologie, die Schmalkaldischen Artikel ꝛc. Warum hat die General⸗Synode diese Bekenntnißschriften verworfen? Glaubt sie nicht, was darin bekannt wird, warum nennt sie sich lutherisch? Man wende nicht ein, die schwedische Kirche z. B. habe auch nur die Augsb. Confession. Der Einwand gilt nichts, denn es ist etwas ganz anderes: Etwas nicht haben und Etwas, was man hat — verwerfen. Aber der eigentliche Greuel ist, daß sie auch die Augsb. Confession nicht einmal ehrlich annimmt, wie sie lautet, sondern dieselbe nur im Wesentlichen recht sein läßt (substantially correct). Ein solches Bekenntniß hat die lutherische Kirche nie gehabt. Darum ist es nichts als Heuchelei, daß sie sich „lutherisch" nennt. Warum denn sich nennen, was man doch nicht ist, nicht glaubt, und darum auch nicht bekennt!? Da sind die Unionisten in Deutschland doch viel ehrlicher. Im „Lutheraner No. 5" heißt es über dieses Stück in der General⸗Synode: „Wenn eine Körperschaft sagt, daß sie ein Bekenntniß habe, das nur im Wesentlichen recht, nur im Wesentlichen ihr Bekenntniß sei, aber nicht angibt, worin dieses Wesentliche besteht, sondern jedem Gliede dieser Körperschaft Freiheit läßt, für sich von diesem Bekenntniß anzunehmen oder zu verwerfen, was eben nach der Meinung jedes einzelnen Individuums recht oder unrecht, wesentlich oder unwesentlich ist; so ist das keine bekennende, sondern das Bekenntniß verhüllende, mit dem Bekenntniß spielende Gemeinschaft, die das Bekenntniß nur zum Schein hat, denn sie bekennt weder offen, was das Bekenntniß ausspricht, noch verwirft sie offen, was sie am Bekenntniß nicht für recht hält. Darum denn auch, obwohl ein Bekenntniß hauptsächlich auch dazu dienen soll, den Glauben der Bekennenden zur Kenntniß zu bringen; so können durch dieses Bekenntniß nicht einmal die Glieder der General⸗Synode selbst, geschweige Andere, wissen, was denn nun die einzelnen Glieder eigentlich glauben oder nicht. So deckt denn dieses traurige Heuchelbekenntniß nicht den Glauben auf, sondern deckt ihn zu, mit diesem Bekenntniß bekennt man nicht vor den Leuten, sondern spielt Verstecken vor ihnen." Ist solche Heuchelei nicht Unehrlichkeit vor Gott und Menschen? Und solcher Sünde machen sich alle Glieder der General⸗Synode theilhaft, die diese Unlauterkeit, Unehrlichkeit, Heuchelei erkennen und doch nicht wenigstens entschieden und öffentlich Protest dagegen einlegen.