# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1859_S118 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 118 Ueber die Verschiedenheit des Gesetzes in der Missouri⸗Synode ꝛc. die sie so viel im Munde führen, nichts verstehen, nicht wissen, wann dieselbe straft, zürnt, flucht, verdammt und wann sie geduldig, gelinde, sanftmüthig, freundlich ist, sondern Alles zu einem elenden Brei zusammenrühren, darin denn die Eigenliebe ein Hauptingredienz bildet, und das dann „praktische⸗ oder auch Herzensfrömmigkeit" nennen. Wenn die General⸗Synode die Ueberzeugung hat, daß die Missouri⸗Synode in einigen Stücken sündig handelt, besonders in ihrem Kampfe gegen die „Greuel" der General⸗Synode; die Missouri⸗Synode aber diese Sünde nicht nur nicht anerkennen will, sondern ihren entschiedenen Kampf gegen dieselbe für eine heilige Pflicht, für ein Gott wohlgefälliges, weil von Ihm befohlenes, Werk erkennt, so ist das Schonen und Gelindesein, oder wie der „lutherische Herold" sich ausdrückte: „Lassen wir das Kapitel, die weitere Ausführung möchte nicht frommen", durchaus nicht am Platze, sondern ist Unverstand und Lieblosigkeit, denn hat die General⸗Synode wirklich „brüderliche Liebe" zur Missouri⸗Synode, so muß ihr daran gelegen sein, daß dieselbe auch zur Erkenntniß ihrer angeblichen Sünde komme, das Schonen hilft aber bei uns in diesem Punkte nichts, denn wir sind entschiedene Widersprecher, wollen gerade hierin durchaus recht haben, darum muß die General⸗Synode, wenn sie Verstand in der Liebe hat, strafen und durch genauen und wiederholten Nachweis einzelner Thatsachen und durch schonungslose Kritik derselben nach dem Worte Gottes uns die Sünde aufrücken und vor Augen stellen, das ist rechte, biblische Liebe. So verlangt denn auch diese Liebe von uns, daß wir die Sünden der General⸗Synode, ohne vieles Wedeln mit dem Fuchsschwanze, klar aufdecken und strafen, und zwar so, daß man sieht, daß es uns ein heiliger Ernst ist, auf daß, so Gott will, wenn auch nur einige stutzig werden, zum Nachdenken und zur Besinnung kommen. — Wir verkennen durchaus nicht, daß es sich bei Einzelnen in der General⸗Synode zum Bessern wendet, daß aber gerade die, welche die Erkenntniß der Wahrheit haben, Scheu tragen, mit Muth hervorzutreten und des Satans Festung anzugreifen, indem sie die falschen, gotteslästerlichen Lehren verwerfen und verdammen, und die verkehrten und schädlichen Stücke der Praxis abthun; ja daß sie wohl gar diejenigen, deren Gewissen unruhig wird, und die nun anfangen sich zu regen, zurückhalten und am Kampfe zu hindern suchen; das ist der Jammer, die Gefahr, die der guten Bewegung in der General⸗Synode droht. Ach! lieben Brüder arbeitet, bekennet, kämpfet so lange es Tag ist, es kommt die Nacht, da Niemand wirken kann! Euer Kampf besteht aber darin, daß ihr nicht allein die lutherische Lehre, als die Bibellehre für wahr haltet, sondern daß ihr auch jede neben der hl. Schrift sich geltendmachende Lehre, als falsch, unbiblisch und kirchlich unberechtigt verwerfet. Die Folge wird sein, daß man euch dann unter die Exclusiven, die „lieblosen" Altlutheraner rechnet, mit Schmach und Hohn überhäuft. Aber was thut es, ist doch der HErr Jesus mit allen lieben Aposteln gerade um der „Exclusivität" willen mit der ganzen Welt in Conflikt gerathen, daß ihnen, als einer Secte, an allen Enden widersprochen wurde, und sie zuletzt im hartnäckigsten Kampfe Hals und Leben