# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1859_S117 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Ueber die Verschiedenheit des Gesetzes in der Missouri⸗Synode ꝛc. 117 über Gott und Seinem Willen die Klugheit der "prominent men" steht, die angiebt, wie es in der Kirche soll gehalten werden und aus eigener Weisheit erfindet, was der Kirche nützlich und heilsam sein soll. — Das ist der wahre Sachverhalt und wir wollen nun die Thatsachen nachweisen, die unser Urtheil über die General⸗Synode bestätigen werden. Denn bloße Behauptungen, in denen sich bis jetzt die Zeitschriften der General⸗Synode ergangen haben, sind wirklich sehr billig, aber auch sehr werthlos. Weiß der "Missionary" z. B. wirklich, daß die Urtheile der Missouri⸗Synode (denn die Urtheile ihrer Zeitschriften sind die Urtheile der Synode selbst, wir sind nicht ein solcher im „Glauben", in der „Rede" und in der „Meinung" uneiniger Haufen, der sich dennoch zum wahren Spott, bloß um äußerlicher Zwecke willen eine Synode, eine Kirche nennte) „ganz einseitig ja unwahr sind", so zeige er es doch. Oder soll das vielleicht auch ein Stück „brüderlicher Liebe" sein, daß man aus Schonung oder Höflichkeit oder Zartheit den nähern Nachweis anschuldigender Behauptungen ausläßt? Ist das der Fall, so zeigt sich auch darin schon wieder der verschiedene Geist beider Synoden. Wir wissen es wohl, daß es Gottes ernstlicher Wille ist, daß man gegen einander geduldig, freundlich, sanftmüthig sein, daß man einander mit Ehrerbietung zuvorkommen, daß man seine Lindigkeit allen Menschen kund werden lassen soll. Wir wissen aber auch, um mit Luther zu reden, daß man nicht ins Wort Gottes hinein fallen soll, wie der Bauer in die Stiefel, sondern Verstand haben, und das Wort anwenden, wo es hin gehört. Der Herr Jesus ist sehr liebevoll, freundlich, gelinde, sanftmüthig, geduldig, dennoch fährt er den Petrus hart an und schilt ihn: Satan weiche hinter mich; schilt und verflucht die Pharisäer: wehe euch ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Otterngezücht, ihr Heuchler, ihr übertünchten Gräber, er macht eine Geißel aus Stricken und treibt die Uebelthäter alle zum Tempel hinaus, verschüttet den Wechslern das Geld und stößt die Tische um. Man kann also auch hart sein, schelten und fluchen, und thut recht daran, thut ein feines, gutes, christliches Werk, folgt den Fußstapfen Christi Jesu nach. Die Regel, wonach ein Christ das eine oder das andere zu thun hat, sollte ich meinen, ist leicht genug zu finden und höchst einfach in der Anwendung: die Schwachen trägt man, ist geduldig und gelinde mit ihnen und es ist Lieblosigkeit und Sünde hart und streng mit ihnen zu verfahren; — die Widersprecher straft man, und um so härter je entschiedener sie widersprechen und gegen diese Sanftmuth und Schonung anzuwenden, ist wieder Lieblosigkeit und eben so große Sünde, weil die Widersprecher dadurch in ihrem bösen Sinne bestärkt werden. — Man wolle doch ja nicht liebevoller, brüderlicher, sanfter und geduldiger sein als der HErr Jesus selbst, das ist eine elende, miserable, fleischliche Liebe, die nicht Gott, sondern, so sehr sie auch gleißt, den Teufel zum Vater hat, und vor der mithin jeder rechtschaffene Christ Eckel und Abscheu trägt. — Aber das ist der Fluch der die Erbauer des Babylonischen Liebes⸗ und Unions⸗Baues (wenn auch unter lutherischem Namen) trifft, daß sie verwirrt werden und nun gerade von der „brüderlichen Liebe",