# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1859_S108 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 108 Von der einem Prediger höchst nöthigen Vorsicht in seinem Wandel. Ps. 110. und 111., besonders aber 1 Cor. 15. Das ganze Capitel hat er sehr weitläufig in den köstlichen Predigten ausgelegt, die er im Jahre 1534 gehalten hat. (W. 8, 1145. E. 51, 70.) Den Theil von v. 35—57 hat er in den Jahren 1544 und 1545 in vier gewaltigen Predigten ausgelegt. (W. 8, 1408. E. 19, 104.) Die erste dieser Predigten hebt er mit folgenden Worten an: „Zu dieser Zeit pflegen wir in unserer Kirche zu predigen und zu bedenken, den Artikel unsers christlichen Glaubens von der Todten⸗Auferstehung; wie es denn auch recht und billig ist, daß man auf diese Zeit denselben Artikel treibe und handele. Denn weil wir auf das Osterfest gepredigt und gehöret haben den Artikel von der Auferstehung unsers HErrn Jesu Christi, so ists billig, daß wir nach dem Osterfestpredigen nun hören den Artikel von Auferstehung des Fleisches, das ist, von unserer Auferstehung. Denn unser HErr Jesus Christus hat die Auferstehung angefangen in seinem eigenen Leibe, aber die Auferstehung wird nicht vollkommen, wir seyn denn auch auferstanden. Gleichwie sein Leiden und Sterben nicht vollkommen wird, wir kommen denn auch hernach und leiden und sterben mit ihm, wie St. Paulus spricht: er erstatte an seinem Fleische, was noch mangelt an Trübsalen in Christo, Col. 1, 24. Also wird auch seine Auferstehung nicht vollkommen noch ganz, wir kommen denn auch hernach und stehen von den Todten auf. Er ist unser Haupt, wir sind Gliedmaßen seines Leibes, Ephes. 5, 29. 30. Darum muß man, nach der Auferstehung Christi, auch von unserer Auferstehung predigen, sintemal beides zusammen gehöret, auf daß es eine vollkommene Auferstehung sey. Denselben Artikel treibet St. Paulus sehr gewaltig in diesem Capitel.“ Demgemäß sollte sich es jeder luth. Prediger zur Regel machen, nach Ostern wenigstens vier Predigten für die Auslegung dieses Capitels zu bestimmen und dabei entweder diese vier Predigten, oder wenn man das ganze Capitel in vier ziemlich gleiche Abschnitte theilt, auch die weitläufigere Auslegung zu benutzen und zwar so, daß man das eine Mal den einen oder den andern Theil, ein anderes Mal weitläufiger behandelt. Ich kann jeden Prediger, der diesem Rathe folgt, aus eigner und Anderer Erfahrung versichern, daß dann ihm und seinen Zuhörern dieß Capitel immer lieber und unentbehrlicher werden wird. ——— (Eingesandt von Past. Brohm.) Von der einem Prediger höchst nöthigen Vorsicht in seinem Wandel. Der Apostel Paulus redet ein Wort, welches zu beherzigen, für alle Christen insgemein, besonders aber für die Prediger des Evangeliums von hoher Wichtigkeit ist. Lasset uns aber Niemand irgend ein Aergerniß geben, auf daß unser Amt nicht verlästert werde,