# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1859_S103 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Von der Kirchensprache. 103 gen lassen. — Des Menschen Wille ist nicht müßig in der Bekehrung, sondern wirkt auch etwas.—Die Bekehrung hat drei wirkende Ursachen: Gottes Wort, den heiligen Geist und des Menschen Willen.—Der freie Wille des unwiedergeborenen Menschen vermag allein nichts zu seiner Bekehrung, der heilige Geist muß ihn unterstützen.—Gott muß uns ziehen, sollen wir zu Christo kommen, er zieht aber nur die Wollenden.—Du mußt nur wollen, so wird dir Gott mit seiner Gnade zuvorkommen. Die Erwählten sind nicht nur mit Rücksicht auf den Glauben an Christum erwählt, sondern auch weil sie glauben; ihr Glaube, den Gott voraussah, war die äußerliche bewegende Ursache der Erwählung. Wenn ein Mensch so viel thut, als er vermag, so gibt ihm Gott gewiß seine Gnade.—Der Mensch wird gerecht nicht nur durch den Glauben, sondern auch wegen des Glaubens und um des Glaubens willen.—Der Mensch wird darum durch den Glauben gerecht, weil Christus, die wesentliche Gerechtigkeit, in ihn wohnt und mit ihm vereinigt ist.—Der Glaube rechtfertigt nicht ohne Werke.—Der Glaube rechtfertigt insofern, als er die Liebe in sich trägt.—Die Gläubigen sind gerecht vor Gott einestheils durch Zurechnung der Gerechtigkeit Christi, anderntheils durch ihre angefangene Lebensgerechtigkeit.—Die Verheißung der Gnade wird durch den Glauben des Herzens und durch das Bekenntniß des Mundes uns zugeeignet. Wir werden allein durch den Glauben gerecht; aber ohne Werke selig zu werden, ist unmöglich.—Die guten Werke sind nöthig, den Glauben, die Gerechtigkeit und Seligkeit zu erhalten.*)—Gute Werke sind einem Gläubigen nicht nöthig.—Die guten Werke sind zur Seligkeit nöthig.—Die guten Werke sind zur Seligkeit schädlich.—Die Lehre des Gesetzes gehört dem Gläubigen nicht mehr, ist ihm nicht nöthig und soll ihm daher nicht gepredigt werden. Christus hat angefangen zu sein.—Christus ist eine Creatur.—Wenn man spricht: Gott ist Mensch und Mensch ist Gott, so ist das eine uneigentliche Redeweise.—Christus ist als Mensch von Gott zu seinem Sohne adoptirt.—In Christo hat sich die göttliche und menschliche Natur mit einander vermischt.—Christus hat nur Einen Willen und Eine Natur.—Die Menschwerdung des Sohnes Gottes ist die erste Stufe seiner Erniedrigung.—Christus hat sich nach seiner göttlichen Natur erniedrigt und ist nach seiner Gottheit zur Rechten des Vaters erhöhet worden.—Die Gottheit hat sich in Christo um des Werkes der Erlösung *) In der Concordienformel heißt es: „Obwohl vor diesem Streit etliche viel reine Lehrer solche und dergleichen Reden in Auslegung der heil. Schrift gebraucht, hiermit aber keineswegs gesinnet, obvermeldeten Irrthum der Papisten zu bestätigen, jedoch weil nachmals über solcher Weise zu reden Streit entstanden, daraus allerlei ärgerliche Weiterung erfolget: ist es am allersichersten, nach der Vermahnung St. Pauli über dem Vorbilde der gesunden Worte sowohl als über der reinen Lehre selbst zu halten, dadurch viel unnöthigen Gezänks abgeschnitten und die Kirche vor vielem Aergerniß behütet werden mag.“ (Art. 4. Von guten Werken, Wiederhol.)