# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1859_S92 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 92 Bibliographischer Anhang. evangelischen Persönlichkeit gelangen und sich von ihr so mächtig ergriffen und angezogen fühlen, während unser Geschlecht noch immer seine höchste Weisheit und Ehre darein setzt, halbgläubigen Individualitäten, Abentheurern und Windfängern zu huldigen, und deren Quacksalberrecepte und Robinsonaden endlos durchzustudiren und wiederzukäuen nicht ermüdet. Wahrhaftig, unser Ruhm ist nicht fein! Wann wollen wir endlich einmal all den erbaulichen Plunder und Schnickschnack, den die moderne Frömmigkeit fuderweise zu Tage gefördert hat und in dem doch weder Kraft noch Trost zu finden ist, über Bord werfen, — wann unsern geistlichen Hunger und Durst wieder mit Brod und Wasser des Lebens, statt mit dem Pfefferkuchen und Likör des Todes, stillen? Wir hätten wohl sehr dringende Ursache, nach einer Gabe, wie die eben in Aussicht gestellte, mit beiden Händen zu greifen; zeigt sie uns doch unser und unserer Zeiten und Zustände lebendiges Bild im treuen Spiegel der Vergangenheit. Damals wurde die evangelische Christenheit von der aufgeklärten Philippistenunion, und heut wird sie von deren Tochter, der noch aufgeklärtern Atheistenunion, verfolgt und zerfleischt. Die Künste der Schlauheit und Bosheit, des Hasses und Spottes, überhaupt alle die Triebfedern, die der alte Urlügner gegenwärtig in Bewegung setzt, sie sind noch ganz dieselben, womit er vor 300 Jahren die kaum erst aus des Papstthums Tyrannei erlöste Kirche in neues Verderben zu stürzen oder am liebsten ganz zu zerstören suchte. Sollten wir nicht Grund und Bedürfniß vollauf haben, von den damaligen Zeugen Christi die siegreiche Weise zu erlernen, wie sie den feurigen Pfeilen des Bösewichts widerstanden, seine listigen Anschläge bestritten, seine heimlichen Netze zerrissen, und unverführt von den Lockungen und Täuschereien, unerschüttert von den Drohungen und Gewaltthaten der Welt, mit dem Glauben im Herzen und dem Worte Gottes im Munde sich durchschlugen zu den Pforten der triumphirenden Gemeine? Oder sollen wir uns daran kehren, daß jene treuen Bekenner des Evangeliums von den damaligen Beförderern des Geheimnisses der Bosheit und ihren jetzt lebenden Jüngern verketzert, verschrieen, verlästert werden? daß insbesondere Tilem. Hesh. allen alten und neuen Aufklärern ein Dorn im Auge und der schwarze Mann ist, mit dem sie die Kinder zu fürchten machen? Trotz ihres wüsten Geschrei's ist der Gescholtene dennoch kein fleisch⸗ und blutloses Ungethüm, sondern ein Mensch mit einem ehrlichen, schlichten, nüchternen Christenherzen, wie man bald erkennt, wenn man ihn sprechen hört; z. B. gleich in der ersten Adventspredigt: „Wir denken und wünschen oft: ach! wenn man doch Gottes Wort also könnte predigen, daß es die gewaltigen Herren, weise Räthe, gelehrte Leute, große Völker mit Lust und Freude annähmen, daß auch Alles in der Stille, in guter Ruhe und Frieden stünde, kein Zank noch Streit, keine Ketzerei noch Aergerniß entstünde, daß man doch der greulichen Schmach, täglichen Lästerung, schrecklichen Verfolgung möchte geübrigt seyn. Wir wollten auch gerne bei dem Evangelio der großen Herren Gunst, Beförderung, zeitliche Ehre und Wohlfahrt haben; da ist kein Christ, der nicht zum öftern Male solche Anfechtungen