# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1859_S87 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) J. Ch. Köcher's Beweis, daß die evangelisch⸗lutherische Religion ꝛc. 87 Origenes 1): „Indeß wollen wir unsern Lästerern noch einmal sagen, daß derjenige, welchen wir für Gott und für Gottes Sohn nicht nur halten, sondern auch mit einer wahren Ueberzeugung annehmen, das Wort, die Weisheit, die Wahrheit selbst sei; und daß sein sterblicher Leib, und die menschliche Seele, die in demselben wohnet, zu der allerhöchsten Würde gelanget sei, nicht nur durch eine gewisse Gemeinschaft mit ihm, sondern dadurch, daß sie mit ihm aufs genaueste vereiniget und vermischet, und der Gottheit so weit theilhaftig geworden, daß sie in Gott selbst verwandelt sind. Wie kann man sich darüber verwundern, daß die Eigenschaften des sterblichen Leibes Christi, nach dem Willen Gottes und durch seine Regierung in göttliche und himmlische sind verwandelt worden?“ Origenes hat unstreitig besser gedacht, als geschrieben, und mit dem unbequemen Ausdruck von einer Vermischung und Verwandlung nichts anders sagen wollen, als daß der menschlichen Natur JEsu Christi göttliche Eigenschaften, Hoheit und Herrlichkeit mitgetheilet worden; in dem vierten Jahrhundert Athanasius 2): „Gleichwie derselbe als ein Mensch gestorben und erhöhet worden; also wird von ihm, als einem Menschen, gesaget, daß er dasjenige empfangen habe, was er als Gott allzeit gehabt hat, damit auch auf uns dergleichen mitgetheilte Gnade kommen möchte. Denn das Wort ist dadurch, daß es Fleisch angenommen hat, nicht erniedriget worden, so, daß es nöthig gehabt hätte, Gnade zu suchen und anzunehmen; sondern es hat vielmehr dasjenige, was von ihm angenommen worden, göttlich gemacht, und das menschliche Geschlecht reichlich begnadiget. Denn gleichwie derselbe, so ferne er das Wort, und in göttlicher Gestalt ist, allzeit angebetet worden; also sind nicht weniger eben demselben, nachdem er ein Mensch, und JEsus genennet worden, alle Geschöpfe unterworfen, und beugen ihm ihre Knie in diesem Namen“ 3): „Christus, der seinem Wesen nach ein ewiger HErr und König ist, wird nicht durch seine Sendung ein größerer HErr, oder fängt erst an, ein Herr und König zu sein: sondern das, was er allzeit ist, ist er auch damals nach dem Fleisch geworden, und indem er alle erlöset hat, auch solchergestalt ein HErr der Lebendigen und der Todten worden;“ Basilius 4): „Der Apostel saget: Gott hat diesen JEsum zu einem HErrn und Christ gemacht; mit welchem Wort er lediglich auf das, was an demselben menschlich und sichtbar ist, ganz deutlich weiset und deutet. Dahero der, so da saget, Gott habe ihn zu einem HErrn und Christ gemacht, bekennet, daß ihm von dem Vater die Herrschaft und Regierung aller Dinge übergeben worden;“ Ambrosius 5): „Christus ist das Haupt der Kirche, in welchem die ge⸗ 1) contra Celsum Lib. III. p. 135. 136. edit. Spenceri Oper. Tom. I. p. 474. 2) Orat. I. contra Arianos Tom. I. Opp. p. 446. 3) Orat. II. contra Arianos Tom. I. Opp. p. 482. 4) adversus Eunomium Lib. II. Opp. Tom. I. p. 728. 5) Lib. V. de fide cap. 6. p. 108. 109. Tom. II. Opp. Ipse est caput ecclesiae, in quo communis secundum carnem natura praerogativam sedis coelestis emeruit. — Didicisti ergo, quod omnia possit sibi subiicere, secundum operationem utique di-