# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1859_S85 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) J. Ch. Köcher's Beweis, daß die evangelisch⸗lutherische Religion ꝛc. 85 Oder, je nachdem die Umstände sind, wird es zweckdienlich sein, um die Burg der Selbstgerechtigkeit, an der gar oft die schärfsten Pfeile des Gesetzes abprallen, zu überwinden, dem Kranken die Herrlichkeit des ewigen Lebens auszulegen, wie alle Heiligen, angethan mit der schönen weißen Seide der Gerechtigkeit, gekrönt mit Ehren, in Gemeinschaft aller heiligen Engel, im himmlischen Jerusalem vor Gottes Thron stehen und die Herrlichkeit Gottes, die kein Auge gesehen, und kein Ohr gehöret, und in keines Menschen Herz kommen ist, genießen werden; und wo Gott alle Thränen, auch alle Bußthränen, von den Augen seiner Auserwählten abwischen und sie ewig an seinem Herzen trösten wird; denn dort wird keine Klage und Streit, keine Trübsal und Noth die Heiligen anfechten, weil keine Sünde mehr sein wird; und darauf habe er, der Kranke, sich ja schon lange gefreut, denn da er ja als ein so guter Christ gelebt habe, wie er sage so müßte die Freude in ihm schon lebendig sein. Die Weisheit eines jeden gläubigen und um das Heil seiner ihm befohlenen Schafe besorgten Seelsorgers wird durch Gottes Gnade auf sein herzliches Gebet ihm gewiß das Rechte treffen lassen, und sein Amt wird an solchen armen, aber doch theuer erkauften, Seelen gesegnet sein. (Schluß folgt.) J. Ch. Köcher's Beweis, daß die evangelisch⸗lutherische Religion nicht eine neue, sondern die alte christliche Religion sei. (Fortsetzung.) § 4. Die evangelisch⸗lutherische Religion lehret und bekennet, daß der ewige Sohn Gottes eine menschliche Natur in seine Selbstständigkeit aufgenommen, und, Kraft solcher persönlichen Vereinigung, derselben göttliche Eigenschaften und Vollkommenheiten, Majestät, Ehre und Herrlichkeit mitgetheilet habe. Das ist auch der Glaube der ersten und alten christlichen Kirche, von welchem zeugen in dem andern Jahrhundert Justinus der Märtyrer, welcher dem Juden Trypho die Worte in den Mund leget 1): „können auch diejenigen, welche jetzt leben wollen, dadurch, daß sie halten, was Moses geboten hat, und an diesen gekreuzigten IEsum glauben, weil sie erkennen, daß derselbe sei der Christ Gottes, und daß ihm das Gericht über alle völlig übergeben sei, und daß er ein ewiges Reich besitze, selig werden?“ Tertullianus 2): „Wenn wir auch das sagten, und unsere Mei⸗ 1) in Dialogo cum Tryphone pag. 264. 2) in libro de Carne Christi Cap. XI. Quod etsi diceremus, quacunque ratione muniremus sententiam nostram, dum ne tanta amentia, qua putavit, tanquam ipsam carnem Christi opinemur, ut peccatricem, evacuatam in ipso; cum illam et ad dexteram patris in caelis praesidere meminerimus, et venturam inde suggestu paternae claritatis praedicemus.