# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1859_S70 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 70 Von der Kirchensprache. gebraucht werden? Und dafür gibt es ziemlich viele Beispiele. Wie aber? so nun nachgewiesen ist, daß die Kirche durch die höchste Noth gedrängt werde, die Worte Trinität und Personen zu gebrauchen? Wenn dann jemand die Neuheit der Worte tadelt, wird von dem nicht mit Recht das Ur⸗ theil gefällt, daß er gegen das Licht der Wahrheit einen Widerwillen habe, als der nur das tadele, daß die Wahrheit verständlich und hell gemacht werde? Dergleichen Neuheit der Worte aber (wenn sie so zu nennen ist) hat haupt⸗ sächlich dann statt, wenn die Wahrheit wider ränkevolle Menschen zu be⸗ haupten ist, welche durch Ausflüchte, die sie suchen, derselben spotten; was wir heutzutage mehr als genug erfahren, die wir insonderheit mit der Be⸗ kämpfung der Feinde der reinen und gesunden Lehre zu thun haben; denn mit ihren krummen und behenden Windungen entwischen jene schlüpfrigen Schlangen, wenn sie nicht muthig ergriffen und, wenn man sie erfaßt hat, in die Enge getrieben werden. So sind die Alten, durch verschiedene Kämpfe mit gottlosen Lehren aufgescheucht, genöthigt worden, was sie glaubten, mit ausgesuchter Deutlichkeit auseinanderzusetzen, um den Gottlosen keine Win⸗ kelzüge und Ausflüchte übrig zu lassen, die die Hüllen der Worte zu Schlupf⸗ winkeln ihrer Irrthümer machten. Arius bekannte, Christus sei Gott und Gottes Sohn, weil er sich nicht wider die hellen und klaren Aussprüche der Schrift setzen konnte, und heuchelte mit den anderen eine gewisse Ueberein⸗ stimmung. Indessen aber hörte er nicht auf, sich verlauten zu lassen, daß Christus geschaffen worden sei und einen Anfang gehabt habe, wie die übrigen Creaturen. Um nun die geschmeidige Verschmitztheit des Menschen aus ihren Schlupfwinkeln hervorzuziehen, giengen die Alten weiter, indem sie Christum für den ewigen Sohn des Vaters und für mit dem Vater wesensgleich erklärten. Hier brach die Bosheit tobend heraus, indem die Arianer das Wort ὁμοούσιος auf die heilloseste Weise zu hassen und zu verfluchen anfiengen. Hätten sie aber anfänglich aufrichtig und von Herzen bekannt, daß Christus Gott sei, so würden sie nicht geleugnet haben, daß er mit dem Vater wesensgleich sei. Wer mag es nun wagen, jene rechtschaffenen Männer als Streit⸗ und Zanksüchtige zu verlästern, daß sie sich um eines einzigen Wörtleins willen im Streit so sehr erhitzt und die Ruhe der Kirche gestört haben? Aber jenes Wörtlein unterschied zwischen den Christen des reinen Glaubens und den gotteslästerlichen Arianern."*) In dem Fol⸗ *) „Quaenam est ista improbitas, improbare verba, quae non aliud explicant, quam quod scripturis testatum consignatumque est? Satius foret, inquiunt, non modo sensa nostra, sed verba etiam intra scripturae fines continere, quam exoticas voces spargere, quae dissensionum ac jurgiorum seminaria futura sint.. Si verbum exoticum appellant, quod totidem syllabis compositum in scriptura ostendi non possit, iniquam sane legem nobis imponunt, qua damnatur omnis interpretatio, quae scripturae contextu non consarcinatur.. Sed quid vetat, quo minus quae captui nostro perplexa in scripturis impeditaque sunt, ea verbis planioribus expli⸗ cemus, quae tamen religiose et fideliter ipsius scripturae veritati serviant et parce modesteque, nec citra occasionem usurpentur? Cujus rei non desunt satis multa exempla. Quid autem, ubi ecclesiam summa necessitate urgeri ad usurpandas Trinitatis Personarum voces comprobatum fuerit, si quis verborum novitatem tum