# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1859_S59 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Fordert die Lehre von einer allgemeinen unsichtbaren Kirche Union? 59 e. Die Wirkungen des Todes Christi an Freunden und Feinden D. 13. Pr. f. Das Begräbniß Christi (W. 12, 1980. E. 18, 15.) Dem Vorstehenden will ich noch folgende Winke hinzufügen. Bei dem Anfang der Passionszeit mache man sich eine Uebersicht der einzelnen Pre⸗ digten und der dazu bestimmten Sonn⸗ und Wochentage, lasse aber zwei Sonntage frei, nämlich den, der dem Fest Mariä Verkündigung der nächste ist, indem man da Nachmittags über das Sonntagsevangelium predigt, und dann den Palmsonntag, damit man, wenn vorher eine Predigt ausfallen müßte, noch Zeit übrig hat; konnte man aber an dem vorhergehenden Frei⸗ tage von der Ausführung Christi nach Golgatha predigen, so lege man am Palmsonntage das 53. Capitel Jesaiä aus, das jeder Christ billig genau ken⸗ nen sollte und wovon sich in Dr. Luthers Schriften eine dreifache Auslegung findet, nämlich eine in der 5. Passionspredigt der R. P. Hauspostille und zwei in den exegetischen Schriften. In den Gottesdiensten am Gründonnerstage und Charfreitage Vor⸗ mittags lese man die ganze bis dahin gepredigte Passionsgeschichte in 4 Ab⸗ schnitten vor und empfehle dabei so wie bei den Predigten den Zuhörern ein aufmerksames Nachlesen im Gesangbuche. Fordert die Lehre von einer allgemeinen unsichtbaren Kirche Union? Da der Gustav⸗Adolphs⸗Verein, der es sich bekanntlich zur Aufgabe macht, Protestanten in ihren kirchlichen Bedürfnissen zu unterstützen, die in nichtprotestantischen Territorien wohnen, unionistisch ist, so haben die säch⸗ sischen Lutheraner, denen es natürlich bedenklich ist, mit einem solchen Verein zusammen zu wirken, und die doch das Ziel desselben für ein an sich christlicher Thätigkeit würdiges erkannten, einen s. g. „Gotteskasten“ aufgerichtet, der einen gleichen Zweck hat, ohne aber diejenigen, welche sich daran betheiligen, in Synkretismus zu verwickeln. Ueber die Entstehung und Stellung dieses „Gotteskastens“ gab der Dr. Luthardt seiner Zeit im sächs. K.⸗ und Schul⸗ Blatt Rechenschaft. Hierauf hat die Darmstädter Allgem. Kirchenzeitung einen heftigen überaus gehässigen Ausfall gemacht, was Dr. Luthardt zu einer Erklärung genöthigt hat, die wir in vorgenanntem Blatte vom 14. Oct. v. J. finden, und die wir, theils als Antwort auf oben gestellte Frage, theils als einen Beleg dafür, daß die Lutheraner drüben mit ihren Zeugnissen demselben Urtheil verfallen, wie hier, in Folgendem mittheilen: „Ich weiß wohl, es gibt gar Manche — der pietistischen Richtung An⸗ gehörige — welche uns nicht verstehen können. Mit diesen rechte ich nicht. Aber bei Anderen kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, als wollten sie nicht. Gegen diese werden alle Erklärungen unsererseits nur eine Ver⸗ schwendung von Worten sein. Reden wir scharf, so sind wir es, die den