# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1859_S54 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) J. Ch. Köcher's Beweis, daß die evangelisch⸗lutherische Religion ꝛc. 54 die größte Unordnung verursacht, und alles umgekehrt. Denn es ist un⸗ möglich, ja unmöglich, daß ein Mensch, der beständig und mit Verstand und Einsicht liest, oder lesen höret, ohne einigen Nutzen weggeben sollte“: ¹) „wenn auch einer von den Todten auferstünde, wenn auch ein Engel vom Himmel herab käme; so müßte dennoch die Schrift glaubwürdiger, als sie alle, sein. Denn diese hat der König der Engel, der HErr der Todten und Lebendigen selbst uns zum Gesetz gegeben. § 3. Die evangelisch⸗lutherische Religion lehret und bekennet, daß weder die ungeschriebenen Satzungen der Alten, noch die Schlüsse und Aussprüche der Kirchenversammlungen, noch die Lehren der Väter, einen zuverlässigen Erkenntnißgrund der göttlichen Wahrheiten, und eine Regel und Richtschnur in derselben, abgeben können. Hierinnen stimmen mit ihr völlig überein in dem andern Jahrhunderte Justinus der Märtyrer ²): „Wir haben keinen Befehl von Christo, der uns verbinde, den menschlichen Satzun⸗ gen und Lehren Glauben zuzustellen, sondern dasjenige zu glauben, was die seligen Propheten geprediget, und Christus selbst uns gelehret haben.“ Eben derselbe giebet dem Juden Trypho, welcher ihn erinnert hatte: ³) „ich habe dir gesagt, o Mensch, wenn du in allen Dingen sicher und gewiß gehen willst, daß du dich fest an die heilige Schrift halten sollest,“ zur Antwort: „Es ist bei mir beschlossen, keinen Menschen, oder menschlichen Lehren, sondern Gott und den Lehren, welche von ihm herkommen, zu folgen;“ in dem dritten Jahrhundert Cyprianus ⁴): „Derowegen wenn wir Christum alleine hören sollen, so dürfen wir auf das nicht Acht haben, was ein anderer vor uns zu thun für gut befunden, sondern was Christus, der erste und vornehmste unter allen, gethan hat. Denn man muß nicht der Ge⸗ wohnheit eines Menschen, sondern der Wahrheit Gottes folgen; weil Gott durch den Propheten Jesaiam sagt: Vergeblich verehren sie mich, indem sie Meinungen und Gebote der Menschen lehren; und eben dieses der HErr im Evangelio wiederholet, da er saget: „Ihr verwerfet Gottes Gebot, damit ihr eure Satzungen bestätigen möget;“ in dem vierten Jahrhundert Hieronymus ⁵): „Wir müssen nicht dem Irrthum unserer Eltern oder Vorfahren folgen, sondern dem Ansehen 1) Concione IV. de Lazaro Tom. V. Opp. p. 77. 2) in Dialogo cum Tryphone Judaeo p. 267. Opp, 3) ibid. pag. 306. 4) Epistola LXIII. ad Caecilium p. 155. Opp. Quare si solus Christus audien- dus est, non debemus attendere, quid alius ante nos faciendum putaverit, sed quid, qui ante omnes est, Christus prior fecerit. Neque enim hominis consvetudinem sequi oportet, sed Dei veritatem: cum per Isaiam prophetam Deus loquatur et dicat: Sine causa autem colunt me, mandata et doctrinas hominum docentes. Et iterum Dominus in Evangelio hoc idem repetat, dicens: Reiicitis mandatum Dei, ut traditionem vestram statuatis. 5) Commentar. in Jerem. Cap. IX. Tom. V. Opp. p. 240. Ergo nec parentum nec maiorum error sequendus est, sed autoritas Scripturarum, et Dei docentis im- perium.