# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1859_S53 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) J. Ch. Köcher's Beweis, daß die evangelisch⸗lutherische Religion ꝛc. 53 der Sohn Gottes sei dem Vater ungleich. Wir leugnen, ja wir verabscheuen vielmehr diese Rede. Aber, heiliger Kaiser, glaube keinem Beweis, noch un⸗ serer Widerrede. Laß uns die Schrift fragen, laß uns die Apostel fragen, laß uns die Propheten fragen, laß uns Christum fragen;“ Hieronymus ¹): „Dieses, weil es nicht von der heiligen Schrift be⸗ stätiget ist, wird eben so leicht verworfen, als angenommen“: ²) „Alles, was wir sagen, müssen wir aus der heiligen Schrift bekräftigen. Denn auf zweier oder dreier Zeugen Munde soll alle Rede bestehen. Die Rede dessen aber, der etwas saget, hat kein so großes Ansehen, als das Gebot des HErrn;“ Augustinus ³): „Die Vortrefflichkeit des canonischen Ansehens des alten und neuen Testaments sitzet gleichsam auf dem Thron erhoben, welcher eine jegliche gläubige und gottselige Meinung sich unterwerfen muß“: ⁴) „In allen diesen Büchern (der Schrift) suchen diejenigen, so Gott fürchten, und der Gottseligkeit ergeben sind, den Willen Gottes. Bei welcher Bemühung oder Arbeit zuerst dieses zu beobachten ist, daß man gedachte Bücher sich be⸗ kannt mache, und, ob man sie gleich beim Lesen nicht alsobald verstehet, den⸗ noch dieselben entweder dem Gedächtniß eindrücke, oder wenigstens kennen lerne. Hernach muß man dasjenige, was in denselben deutlich enthalten, und entweder in Sittengesetzen, oder in Glaubensregeln bestehet, mit mehrern und sorgfältigern Fleiß erforschen. Denn in diesen, was mit klaren Worten in der Schrift stehet, sindet man alles, was zum Glauben, zum Lebenswandel, zur Hoffnung und Liebe gehöret;“ Chrysostomus ⁵): „Das Lesen der Schrift ist eine große Sicherheit wider die Sünde. Die Unwissenheit in der Schrift ist ein tiefer und gefährlicher Abgrund. Man setzet sich in große Gefahr, die Seligkeit zu verlieren, wenn man nichts von den göttlichen Gesetzen weiß. Dieses hat auch die Secten gezeugt, dieses hat auch ein verderbtes Leben eingeführt, dieses hat et nostrae disputationi: scripturas interrogemus, interrogemus Apostolos, interro- gemus Prophetas, interrogemus Christum. 1) Commentat. in Matth. Cap. XXIII. Tom. X. Opp. p. 57. Hoc quia de Scripturis non habet auctoritatem, eadem facilitate contemnitur, qua probatur. 2) Commentar. in Psalm. XCVIII. Tom. VIII. Opp. p. 118. Omne quod lo- quimur, debemus affirmare de Scripturis sanctis. In ore enim duorum et trium testium stabit omne verbum. Non habet tantam auctoritatem sermo dicentis, quan- tam Domini praeceptum. 3) contra Faustum Lib. XI. cap. 5. Excellentia canonicae autoritatis veteris et novi testamenti, quae Apostolorum confirmata temporibus per successiones epis- coporum, et propagationes ecclesiarum, tanquam in sede quadam sublimiter con- stituta est, cui serviat omnis fidelis et pius intellectus. 4) Lib. II. de doctrina christiana cap. 9. In his omnibus libris timentes et pie- tate mansveti quaerunt voluntatem Dei. Cuius operis vel laboris prima observa- tio est, nosse istos libros, etsi nondum ad intellectum legendo, tamen vel mandare memoriae, vel omnino incognitos non habere. Deinde illa, quae in eis aperte po- sita sunt, vel praecepta vivendi vel regulae credendi, solertius diligentiusque inve- stiganda sunt. In his enim, quae aperte in scriptura posita sunt, inveniuntur illa om- nia, quae continent fidem, moresque vivendi, spem atque charitatem. 5) Concione III. de Lazaro Tom. V. Opp. p. 60.