# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1859_S51 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) J. Ch. Köcher's Beweis, daß die evangelisch⸗lutherische Religion ꝛc. 51 nicht begnügen möchten, wollen wir die vornehmsten Glaubenslehren, wodurch dieselbe von andern Religionen sich unterscheidet, und worüber sie mit ihnen einen Streit führet, durchgehen, und augenscheinlich zeigen, daß die ältesten Lehrer der christlichen Kirche eben das gelehret, was die lutherische Kirche noch heutiges Tages öffentlich bekennet und behauptet. § 2. Die evangelisch⸗lutherische Religion lehret und bekennet, daß die Bücher der heiligen Schrift die einzige lautere und vollkommene Quelle sind, aus welcher alle Menschen, weß Standes und Geschlechts sie seien, eine richtige und gründliche Erkenntniß und Wissenschaft aller göttlichen, und zu ihrer Se⸗ ligkeit nöthigen, Wahrheiten schöpfen und erlangen können. Eben dieses lehren in dem ersten Jahrhundert Clemens Romanus ¹): „Schauet fleißig in die Schrift, welche die wahren Aussprüche des heiligen Geistes in sich fasset: Nehmet den Brief des seligen Apostels Pauli zur Hand, und erwäget, was er zuerst in dem Anfang des Evangelii euch geschrieben hat;“ in dem andern Jahrhundert Polycarpus ²): „Weder ich, noch ein anderer meines Gleichen, können der Weisheit des seligen und berühmten Pauli nachahmen, welcher bei euch sich aufgehalten hat, und den Leuten, die damals lebten, dem Gesicht nach bekannt gewesen, welcher das Wort der Wahr⸗ heit mit großem Fleiß und gründlich gelehret hat, welcher auch abwesend an euch einen Brief geschrieben hat, durch dessen Lesen und Betrachten ihr in dem Glauben, der euch gegeben ist, weiter könnet erbauet werden;“ Irenäus ³): „Wir haben die Anordnung unserer Seligkeit durch keine anderen Männer, als eben diejenigen erkannt, durch welche das Evangelium zu uns gelanget, welches sie zu ihrer Zeit geprediget, nachgehends aber nach dem Willen Gottes uns in Schriften mitgetheilet haben, auf daß dasselbe der Grund und die Säule unsers Glaubens sein möchte“: ⁴) „Leset fleißig das Evangelium, welches von den Aposteln uns hinterlassen worden, und die Propheten, so werdet ihr befinden, daß alles, was unser HErr gethan, und gelehret, und gelitten hat, in denselben vorher gesaget worden;“ Tertullianus ⁵): „Ich nehme das nicht an, was du außer der Schrift von dem Deinigen anführest“: ⁶) „Die Ketzer mögen etwas dergleichen er⸗ 1) Epistola I. ad Corinthios Cap. XLV. 2) Epistola ad Philippenses Cap. III. 3) Lib. III. adversus Haereses cap. I. Non per alios dispositionem salutis nos- trae cognovimus, quam per eos, per quos Evangelium pervenit ad nos, quod quidem tunc praeconiaverunt, postea vero per Dei voluntatem in scripturis nobis tradide- runt, fundamentum et columnam fidei nostrae futurum. 4) Lib. IV. cap. 66. in fine: Legite diligentius id, quod ab apostolis est evan- gelium nobis datum, et legite diligentius prophetas, et invenietis universam actio- nem, et omnem doctrinam, et omnem passionem domini nostri praedicatam in ipsis. 5) in libro de carne Christi Cap. VI. p. 26. Opp. Non recipio, quod extra scripturam de tuo infers. 6) in libro de Praescriptionibus adversus haereticos Cap. XI. p. 107. Opp. Con- fingant tale aliquid haeretici. Quid enim illis post blasphemiam inlicitum est? Sed etsi confinxerint, nihil promovebunt. Ipsa enim doctrina eorum, cum Apostolica