# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1859_S47 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Aus der Generalsynode. 47 sondern zum System des starren Symbolism zurückzutreiben droht.“ Aus derartigen Expectorationen erhellt, daß Professor Weiser bei seiner ganzen Polemik gegen die „Symbolisten“ ganz besonders auch die Missouri⸗Synode im Auge hat. Dabei läßt er sich die auffallendsten Widersprüche zu Schulden kommen. Er rühmt nämlich im Anfang seiner Rede Luthern, auch Peter Waldus, Johann Wickleff, Johann Huß, Hieronymus von Prag (und sogar Johann Ziska) als „gläubige und treue Nachfolger des Lammes“. Er preist den Athanasius „wegen seiner Festigkeit und Frömmigkeit“, da er „fest stand unter allen Irrthümern des Hofs.“ Er nennt Augustinus den „glänzendsten Stern am ganzen Firmament“. Nun frage man sich, was denn eigentlich diese Männer so groß gemacht hat? Die Kirchengeschichte antwortet, und Professor Weiser gesteht es selber zu: allein ihr lebendiger Glaube und die Kraft und Entschiedenheit, mit welcher sie denselben bekannt haben. Sie haben die Wahrheit, die sie aus Gottes Wort erkannt hatten, frei vor aller Welt bezeugt und wider alle Angriffe des Unglaubens vertheidigt. Und ein hauptsächliches Mittel zu dieser Vertheidigung war ihnen die schonungslose Aufzeigung der Irrthümer, die zu ihrer Zeit in der Kirche aufgekommen waren. Ist es nun nicht auffallend, daß Professor Weiser diese Männer rühmt, während ihm doch die Nachfolger derselben, die „Symbolisten“ von der Missouri⸗Synode, wegen ihres Kampfes für die reine Lehre und ihres Zeugnisses wider die in der Kirche dieses Landes herrschenden Irrthümer verhaßt sind? Es ist jedenfalls ein Widerspruch, der ebenso wenig auf Logik als auf theologische Klarheit bei dem Professor der Generalsynode schließen läßt. Aber noch auffallender ist es, daß derselbe, obgleich er außer Luthern und den andern obengenannten großen Kirchenlehrern auch Arnd, Sebastian Schmidt, Heinrich Müller als treue Knechte Gottes aufführt, doch die „Symbolisten“, die doch eben den Glauben dieser Gottesmänner, der in den Symbolen der lutherischen Kirche niedergelegt ist, bekennen und im Gegensatz gegen den Irrthum bezeugen, für die Feinde der lebendigen Frömmigkeit erklärt. Hat Luther und die andern Gottesmänner den rechten, seligmachenden Glauben gehabt und gelehrt, wie kann es denn ein „Irrthum“ sein, wie kann es denn die „lebendige Frömmigkeit“ zerstören, wenn man denselben Glauben — und die lutherischen Symbole enthalten ja keinen andern — bekennt und vertheidigt? Dann müßte eben Luther und die andern genannten Gottesmänner auch in dem, was sie für die Hauptaufgabe ihres Lebens gehalten haben, im „Irrthum“ gewesen sein, ja sie müßten es sich haben aus allen Kräften angelegen sein lassen, „die lebendige Frömmigkeit zu zerstören“. Ja, dann müßten der Herr Christus selbst sammt seinen Aposteln im „Irrthum“ gewesen sein und „die lebendige Frömmigkeit zerstört“ haben, die, wie die Schrift bezeugt, bis zu ihrem Tode in demselben Kampfe gestanden haben. Oder meint Professor Weiser, daß der Herr Christus so gehaßt und bis in den Tod verfolgt worden wäre, wenn er nicht den pharisäischen Irrthum in der israelitischen Kirche so schonungslos aufgedeckt, bekämpft und verdammt hätte?