# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1859_S46 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 46 Aus der Generalsynode. der Herr von seinen rechten Jüngern fordert, und darum auch ihre jungen Theologen in ihren Seminarien lieber alles mögliche als die lautere Wahrheit Jesu Christi, den Glauben des unverfälschten Bekenntnisses der Kirche Gottes lehren läßt. Und wer die Rede des Professor Weiser liest, der wird diese Erwartung leider! nicht getäuscht finden. Wie wäre es auch anders möglich? Der in der Generalsynode herrschende Geist, welcher ein anderer ist als der Geist des lutherischen Bekenntnisses, kann als ein fauler Baum keine anderen als faule Früchte bringen. Dies erhellt aus dem, was in Professor Weiser's, auf Bitte der Directoren der neuen Anstalt veröffentlichten Rede in Betreff der Lehre, deren Dienst dieselbe gewidmet sein soll, gesagt ist. Daselbst heißt es am Schlusse zwar wörtlich: „Die Bibel und die Bibel allein wird das große Lehrbuch in dieser Anstalt sein;“ aber wie das gemeint ist, sieht man schon daraus, daß alle evangelischen Denominationen zur Mitarbeit aufgefordert werden, und daß gesagt wird, daß die Zöglinge dieser Vorbereitungsschule für das Predigtamt irgend welcher Secte angehören könnten. Denn es sollen dort keine „Symbolisten“, keine Prediger, die Gottes Wort rein und lauter nach dem Bekenntnisse der lutherischen Kirche lehren, und durch dieses von Gott selbst verordnete Gnadenmittel dem Herrn Jesu Seelen gewinnen, sondern „revival men“, wie Professor Weiser sagt, gebildet werden, d. h. Männer, die nach methodistischer, unlutherischer und unbiblischer Praxis durch allerlei menschliche, phantasieerhitzende Mittel und Maßregeln Revivals zu machen verstehen. Damit ist klar und offen ausgesprochen, was die Männer, welche die neue Anstalt zu Selinsgrove gegründet haben, bezwecken. Sie wollen darin nicht den Glauben unserer Kirche, wie er im Bekenntniß derselben auf Grund des untrüglichen Wortes des wahrhaftigen Gottes dargelegt ist, gelehrt haben, nein! nichts ist ihnen mehr zuwider — sondern es soll eine Schule werden, wo den künftigen Predigern die Irrthümer des Calvinismus oder irgend welcher Secten nach Belieben der Professoren oder der Directoren als göttliche Wahrheit eingeprägt, dagegen der Glauben unserer Kirche und die sich dazu bekennen (die „Symbolisten“) gründlich verachten und hassen gelehrt wird. Es soll eine Schule von Propheten werden, welche schwarz weiß und weiß schwarz nennen. Den Haß gegen die Theologie des lutherischen Bekenntnisses spricht der würdige Professor der Generalsynode unumwunden aus, ja der größte Theil seiner Rede hat zum Zweck zu zeigen, wie der „Symbolism“ seit dem Ende der Reformation in unserer Kirche im Streite mit der „lebendigen Frömmigkeit“ gewesen sei. Er hält die Schulen von Buffalo und Fort Wayne für die „reinen Vertreter des alten starren Systems der symbolischen Orthodoxie, vielleicht durch den Geist der Zeit etwas modificirt.“ Ja, er entblödet sich nicht in diesem Zusammenhang zu sagen: „Man hat auf verschiedenen Seiten große Anstrengungen gemacht, das System der lebendigen Frömmigkeit in der Kirche zu zerstören. Ein neuerdings importirtes fremdes Element ist jetzt in der Kirche thätig, welches uns nicht zum System unserer Halle'schen Väter,