# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1859_S22 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 22 Die Geschichte der Lehre vom geistlichen Amte ꝛc. tiget. Denn wo nicht alle Menschen predigen möchten, und einer allein zu reden Gewalt hätte; was wäre vonnöthen eine Ordnung zu halten und zu gebieten? Und eben darum, daß sie alle Gewalt und Macht haben zu predigen, ist eine Ordnung zu halten vonnöthen. — — Aus du Böse⸗ wicht; alle Christen haben gut Fug und Recht, aus der heiligen Schrift zu lesen und predigen, wenn du zerbersten solltest.““ 37) 20. Die Sacramente sind eingesetzt entweder zur Auf⸗ nahme in die Gemeinde, wie die Taufe, oder zum gemein⸗ schaftlichen Genuß, wie das heilige Abendmahl; sie sollen daher nur öffentlich vor der Gemeinde gereicht werden, oder wo dies nicht möglich ist, soll der öffentliche Diener, welcher die öffentliche Gemeinschaft vertritt, sie reichen. Das ist der einzige Grund, warum nicht jeder Christ im eigenen Hause das Sacrament reichen mag, wenn eine christliche Gemeinde vorhanden ist. „„Darum ist nichts geredt: Das Sacrament wird durchs Wort ge⸗ macht, darum mag ich's im Hause machen. Denn es ist Gottes Ordnung und Befehl nicht, sondern er will, daß das Sacrament durch öffentlich Amt gereicht werde; denn das Sacrament ist eingesetzt zu öffentlicher Bekenntniß, wie Christus sagt: Solches thut zu meinem Gedächtniß, d. i. wie St. Paulus sagt: verkündiget und bekennet den Tod Christi.““ 38) 21. Oeffentlich möchte ein jeder predigen, und Sacra⸗ ment reichen, wenn es mit Bewilligung der Gemeinde geschieht. „„Darum wollen wir Paulum besehen: denn er schlägt an dem Ort mit großen Donnerschlägen des Pabstes Lügen, von der Oberkeit und Gewalt zu predigen, gar darnieder. Also spricht Paulus 1 Cor. 14, 27—30.: Redet jemand mit Zungen, so thun's zweene oder aufs höchste drey; und nach einander: und einer lege es aus. Wer nicht ein Aus⸗ leger ist, der schweige in der Kirche vor dem Volke stille, und bete vor Gott bei ihm selbst. Aber zween Propheten oder drey sollen reden, und die andern sollen es richten. So es aber einem unter denen, die zu⸗ hören, würde geoffenbaret, so schweige der erste stille. Ihr möget wohl alle weissagen, auf daß sie alle lernen, und alle vermahnet werden, spricht Paulus. Was wollt ihr Götzen und Larven des Pabsts dawider sagen? Paulus spricht, daß sie alle mögen weissagen, und ordentlich einer nach dem andern. Also daß der Sitzer und Zuhörer, so ihm etwas wird ge⸗ offenbaret, mag auftreten, und der erste, welcher prediget, soll schweigen und ihm weichen; und alle die predigen oder lesen, sollen die Zuhörer lassen urtheilen und ihnen unterworfen seyn.““ 39) 37) Vom Mißbrauch der Messe, an die Aug. zu Wittenb., T. 19, 1326 bis 1328. 38) cf. Von der Hauscommunion, T. 10, 2738, 2739. 39) Vom Mißbrauch der Messe an die Aug. z. Wittenb., T. 19, 1327.