# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1859_S21 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Die Geschichte der Lehre vom geistlichen Amte ꝛc. 21 neue, heiligere und bessere Pfaffen machen, weder die getauften Christen sind.““ 34) „„Denn unser keiner wird in der Taufe ein Apostel, Prediger, Lehrer, Pfarrherr geboren, sondern eitel Priester und Pfaffen werden wir alle geboren; darnach nimmt man aus solchen gebornen Pfaffen, und beruft oder erwählet sie zu solchen Aemtern, die von unser aller wegen solch Amt ausrichten sollen.““ 35) 19. Hieraus ergibt sich das Verhältniß zur Gemeinde. Die berufenen Diener versehen öffentlich, was ein jeder für sich hat, anstatt der andern und für die andern. „„Fragst du, was ist denn für ein Unterschied zwischen den Priestern und Layen in der Christenheit, so sie alle Priester seyn? Antwort, es ist dem Wörtlein Priester Pfaf, Geistlich und desgleichen Unrecht geschehen, daß sie von dem gemeinen Haufen sind gezogen auf den kleinen Haufen, den man jetzt nennet geistlichen Stand. Die heilige Schrift gibt keinen Unterschied, denn daß sie die Gelehrten oder Geweyheten nennet ministros, servos, oeconomos, das ist Diener, Knechte, Schaffner, die da sollen den andern Christum, Glauben und christliche Freiheit predigen. Denn ob wir wohl alle gleich Priester seyn, so können wir doch nicht alle dienen oder schaffen und predigen.““ 36) „„Hie siehe zu, gleichwie sie ein eigen Priesterthum und Opffer, den rechten Christen unbekannt und fremd, erdicht haben; also haben sie ein neu unchristlich Amt zu predigen erfunden und eingeführet. Und daß es jedermann kund und offenbar werde, so will ich vom ersten mit unwi⸗ dersprechlicher Schrift beweisen, daß das einige, rechte, wahrhaftige Pre⸗ digtamt, gleichwie das Priesterthum und Opfer allen Christen gemein ist. Es spricht Paulus 2 Cor. 3, 6.: der uns geschickte Diener des Neuen Testaments, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes gemacht hat. Diese Worte hat St. Paulus zu allen Christen geredt, daß er aus ihnen allen Diener des Geistes mache. Ein Diener des Geistes prediget die Gnade, Vergebung der Sünde; gleichwie ein Diener des Buchstabens predigt die Worte des Gesetzes. Dies gehört Mosi zu, jenes Christo. Und Petrus spricht zu allen Christen, auf daß ihr deß Macht verkündiget, der euch aus der Finsterniß in sein wunderbarlich Licht berufen hat. 1 Pet. 2, 9. Dieweil denn alle Christen aus der Finsterniß berufen sind, so ist ein jeglicher verpflicht, auszurufen die Macht dessen, der ihn berufen hat. Das lassen wir wohl zu, daß ihr viel zugleich nicht predigen sollen; wiewohl sie deß alle Gewalt haben. Denn da Paulus redet, schwieg Barnabas stille, Apostelg. 14, 2. Sollte darum Barnabas nicht Macht gehabt haben zu predigen? Denn es sollen alle Dinge ehrlich und nach einer Ordnung geschehen, 1 Cor. 14, 40. Damit wird aber nicht auf⸗ gehoben Gemeinschaft des Amtes zu predigen, ja es wird dadurch bekräf⸗ 34) Von der Winkelmesse und Pfaffenweihe, T. 19, 1536. 35) eod. 36) Von der Freiheit eines Christenmenschen, T. 19, 1219. 1220.