# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1859_S20 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 20 Die Geschichte der Lehre vom geistlichen Amte ꝛc. „„Paulus sagt zu seinem Jünger Tito 1, 5—7.: Derhalben habe ich dich zu Creta gelassen, daß du vollend ausrichtest, da ich's gelassen habe, und ordnest in einer jeglichen Stadt Aeltesten, wie ich dich unterweiset habe, so einer untadelich ist, eines Weibes Mann, der gläubige Kinder habe, die man der Unkeuschheit halben nicht beschuldigen kann. Denn es soll ein Bischof untadelich sein, als ein Amtmann Gottes ꝛc. — Wer da gläubet, daß hie der Geist Christi in Paulo redet und ordnet, der er⸗ kennet wohl, daß dies eine göttliche Einsetzung und Ordnung sei, daß in einer jeglichen Stadt viel Bischöfe oder aufs wenigste einer sei.““ 30) 16. Die Aufgabe der Christenheit ist, einzelne in den öffentlichen Dienst am Zeugnisse Christi zu stellen; dabei wird das Zeugniß nicht durch die Person oder Berufung kräftig, sondern trägt die Kraft in sich selbst. „„Aber weil das Amt, Wort, Sacrament, Ordnung Christi, und nicht Judas noch des Teufels ist, lassen wir Judam und den Teufel Judas und Teufel sein, nehmen gleichwohl durch sie die Güter Christi. Denn da Judas zum Teufel fuhr, nahm er sein Apostelamt nicht mit sich, son⸗ dern ließ es hinter sich, und kriegt's Matthias an seine statt. Die Aemter und Sacramente bleiben immerdar in der Kirche, die Personen ändern sich täglich. Man berufe und setze nur drein, die sie können aus⸗ richten, so gehen und geschehen sie gewiß. Der Gaul ist gezäumet und gesattelt, setze darauf auch einen nacketen Knaben, der reiten kann, so gehet der Gaul eben so wol, als wenn ihn der Kayser oder Pabst ritte.““ 31) 17. Der HErr erweckt Leute für solchen öffentlichen Dienst im Amte Jesu. „„In der Kirche macht nicht die Successio der Bischöffe einen Bischof, sondern der HErr allein ist unser Bischof. Der erwecket Bischöffe, wo, welche und wenn er will, wie wir sehen — — an uns selbst, an welchen die Succession nicht gehalten wird, der sich die Papisten rühmen.““ 32) 18. Wenn nun solche Leute im Amte Jesu auftreten, verwalten sie öffentlich nicht ein besonders geordnetes Priesterthum, sondern ihr eigenes, durch die Taufe er⸗ erbtes Priesterthum, wie es in allen Christen ist. „„Ist doch Christus allein und sonst keiner aller Christen Mittler und Lehrer. 1 Tim. 2, 5. 7. Und treten selbst hinzu von Gott gelehret, und können also selbst mitteln und lehren diejenigen, so noch nicht Prie⸗ ster, das ist Christen sind. Also folgt, daß das Priesterthum im Neuen Testament zugleich in allen Christen ist, im Geist allein, ohn all Person und Larven.““ 33) „„Und wo die päbstliche Weihe recht wollte thun, sollte sie nichts an⸗ ders thun, denn solche geborne Pfaffen berufen zum Pfarramt, und nicht 30) Vom Mißbrauch der Messe, an die Aug. z. Wittenberg, T. 19, 1334. 31) Von der Winkelmesse und Pfaffenweihe, T. 19, 1551 bis 1552. 32) Luther's Chronica v. J. 1541, T. XIV. 1178. 33) Vom Mißbrauch der Messe, T. 19, 1312.