# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1859_S18 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 18 Die Geschichte der Lehre vom geistlichen Amte ꝛc. Melchisedek. — Derselbe Priester oder Bischof hat nun eine Braut, eine Priesterin oder Bischofin, wie geschrieben stehet Joh. 3, 29.: Wer die Braut hat, der ist Bräutigam. 23) — — Diese unsere angeborne und erb⸗ liche Priesterschaft wollen wir ungenommen, ungehindert und unverdun⸗ kelt, sondern hervorgezogen, ausgerufen und gerühmet haben, mit allen Ehren, daß sie leuchten und scheinen soll wie die liebe Sonne, und dem Teufel sammt seinen Larven und Greueln in die Augen stoßen, daß seine Winkelweihe und Chresem dagegen scheine und stinke, ärger denn Teu⸗ felsdreck stinkt. Daher auch der Heilige Geist im neuen Testament mit Fleiß verhütet hat, daß der Name Sacerdos, Priester oder Pfaffe, auch keinem Apostel noch einigen andern Aemtern ist gegeben, sondern ist allein der Getauften oder Christen Name, als ein angeborner, erblicher Name aus der Taufe.““ 24) 12. Die Gläubigen sind Genossen des Amtes Jesu, heißt: sie haben Gewalt der Schlüssel, der Taufe, des Abend⸗ mahls, des Wortes Gottes. „„Die Schlüssel sind der Kirchen, das ist des Volkes Christi, des Vol⸗ kes Gottes, oder des heiligen Christlichen Volkes, so weit die ganze Welt ist, oder wo Christen sind. — — Gleichwie die Taufe, Sacrament, Got⸗ tes Wort nicht des Pabsts, sondern des Volkes Christi sind und heißen, auch claves ecclesiae.““ 25) „„Aber wir alle, als viel unser Christen sind, haben diese Gewalt der Schlüssel gemein, welches ich habe so oft in meinem Büchlein gegen den Pabst bewährt und angezeigt. Denn hier stehet das Wort Matth. 18, 15., das er nicht allein zu den Aposteln, sondern zu allen Brüdern geredet hat: Sündiget aber dein Bruder an dir ꝛc., und hernach 17, 18.: Höret er dich nicht ꝛc. Hier lasse mich nicht bekümmern die Larven mit ihrem Larvengespei, die bei diesem Spruch dichten einen solchen Unterschied: Es sei ein ander Ding um das Recht und Gewalt der Schlüssel, denn um den Brauch der Schlüssel; denn sie thun solches aus eigner Ver⸗ messenheit, ohne alle Schrift.““ 26) „„O daß dieser Spruch (Matth. 18.) nicht wäre im Evangelio, das wäre wohl vor den Pabst. Denn hie gibt Christus die Schlüssel der ganzen Gemeine und nicht St. Petro. Und hieher gehöret auch derselbe Spruch Matth. 16, 18. 19., da er St. Petro die Schlüssel an statt der ganzen Gemeine gab. Denn in diesem 18. Capitel glassiret sich der HErr selbst, wem er die Schlüssel habe im vergangenen 16. Capitel in St. Petri Person gegeben. Sie sind allen Christen gegeben, nicht St. Petri Person. Und hiezu soll auch der obberührte Spruch Joh. 20, 22. 23. sich fügen: Nehmet den heiligen Geist; welchen ihr werdet vergeben ꝛc. Drei Sprüche einerlei Meinung, damit Christus die christliche Ordnung 23) Von der Winkelmesse und Pfaffenweihe, a. 1533. T. 19, 1534. 1535. 24) eod. 1535. 1536. 25) V. b. Conciliis u. Kirchen a. 1539. T. 16, 2794. 26) An den Rath u. die Gemeinde der Stadt Prag a. 1523. T. 10, 1844 f.