# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1859_S17 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Die Geschichte der Lehre vom geistlichen Amte ꝛc. 17 mand durch rechten Glauben, Hoffnung und Liebe eingeleibet ist in die Gemeinschaft Christi und aller Heiligen, welches bedeutet und gegeben wird im Sacrament.“ „„Die andere Gemeinschaft ist äußerlich leiblich und sichtlich; das ist, so jemand wird zugelassen, daß er des heiligen Sacraments theilhaftig ist und sammt andern dasselbe empfähet und mitgenießet.““ 17) „„Die Kirche ist eine geistliche Versammlung, die diesen Hirten hört, und an ihn gläubet und von ihm durch den heiligen Geist regiert wird, und wird allein dabei äußerlich erkannt, daß sie sein Wort, d. i. die Pre⸗ digt des Evangelii und seine Sacramente hat, inwendig aber ist sie ihm allein bekannt.““ 18) „„Christi Reich ist ein geistlich Reich, welches allein durch den Scepter regiert wird, wie Ps. 110, 2. stehet, das ist durch das Wort des Evan⸗ gelii. Dieses Evangelium, wo es rein und lauter gepredigt wird, es sei an welchem Ort es wolle, da ist Christi Reich. Und dieses Kennzeichen der Kirche oder des Reiches Christi kann nicht trügen. Denn wo das Wort ist, da ist der Heilige Geist, entweder bei dem Zuhörer, oder bei dem Lehrer.““ 19) 11. Wo Glaube an das Wort, ist Gemeinschaft mit dem Amte Jesu im Worte. Dem Worte gleichförmig werden durch den Glauben heißt ein Diener des Amtes Jesu werden. „„Darum soll ein jeder, der ein Christ sein will, gewiß sein, und bei sich wohl erwegen, daß wir alle zugleich Priester sind, das ist, daß wir gleiche Gewalt an dem Wort Gottes und einem jeden Sacrament haben.““ 20) „„Aber wo ich nicht betrogen werde, wann dieses Sacrament und Erdichtung einmal wieder fällt, wird das Pabstthum kaum mit seinen Charakteren stehen bleiben, und wird wieder zu uns kommen die fröh⸗ liche Freiheit, in welcher wir uns alle gleich mit allen Rechten erkennen, und nach entledigtem tyrannischen Joch erst verstehen werden, daß ein jeglicher, der ein Christ ist, Christum hat. Wer aber Christum hat, der hat auch alles, was Christi ist, und kann alles.““ 21) „„Wie nun Christus die erste Geburt hat mit ihrer Ehre und Wür⸗ digkeit, also theilet er sie mit allen seinen Christen, daß sie durch den Glauben müssen auch Alle Könige und Priester sein mit Christo.““ 22) „„Wir wollen nicht gemachte, sondern geborne Pfaffen sein und hei⸗ ßen, und unser Pfaffenthum erblich durch unsere Geburt von Vater und Mutter her haben. Denn unser Vater ist der rechte Pfaffe und Hohe⸗ priester, wie geschrieben stehet im 110. Psalm: Gott hat geschworen, das wird ihn nicht gereuen: Du bist ein Priester in Ewigkeit, nach der Weise 17) Sermon vom Bann, T. 19, 1100, 1101. 18) T. 11, 1124. Kirchenpostille, über Ev. Joh. 10. 19) T. 6, 44. 20) V. dem babyl. Gefängniß, T. 19, 139. 21) eod. S. 141. 22) Sermon von der Freih. eines Christenmenschen, T. 19, S. 1218.