# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1859_S16 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 16 Die Geschichte der Lehre vom geistlichen Amte ꝛc. Und in solcher unser angeborner, erblicher, priesterlicher Ehre und Schmuck sind wir da, haben (wie Offenb. 4, 4. gebildet ist) unsere güldenen Kronen auf den Häuptern, Harfen in der Hand und güldene Rauchfässer, und lassen unsern Pfarrherrn nicht für sich als für seine Person die Ordnung Christi sprechen; sondern er ist unser aller Mund, und wir alle sprechen sie mit ihm vom Herzen und mit aufgerichtetem Glauben, zu dem Lamm Gottes, das da für und bei uns ist und seiner Ordnung nach uns speiset mit seinem Leibe und Blut. Das ist unsere Messe, und die rechte Messe, die uns nicht fehlet.“ 13) „„Unser Amt heißt und soll sein nicht machen noch wandeln, sondern allein reichen oder geben. — — Summa, die Aemter und Sacramente sind nicht unser, sondern Christi, denn er hat solches alles geordnet und hinter sich gelassen in der Kirche, zu üben und gebrauchen bis an der Welt Ende, und leuget noch treuget uns nicht: darum können wir auch nichts anders daraus machen, sondern müssen seinem Befehl nach thun und solches halten. — Wo wirs aber ändern und bessern, so ist's nichts, und Christus nicht mehr da, noch seine Ordnung.““ 14) 9. Das Amt Jesu ist, ehe die Kirche geworden ist, und hat die Kirche ins Dasein gerufen. „„Denn das Evangelium ist zuvor da und muß zuvor da sein: das hat unser HErr Christus gemacht, hergebracht und hinter sich gelassen und erstlich in der Apostel Herz gedrückt und immer für und für durch der Apostel Nachkommen in der Christen Herz gedrückt, daneben auch äußerlich in die Buchstaben und Bilder lassen malen.““ 15) „„Denn die Kirche entspringet aus dem Wort der Verheißung durch den Glauben und wird eben mit demselben Wort der Verheißung er⸗ nähret und erhalten, das ist, sie wird durch die Verheißung Gottes und nicht die Verheißung durch sie gestiftet. Denn das Wort Gottes ist un⸗ vergleichlicher Weise über die Kirche. Ueber welches Wort Gottes die Kirche, als eine Creatur, nicht Macht hat etwas zu stiften, zu ordnen, oder zu thun; sondern sie soll gestiftet, geordnet und gemachet werden. Denn wer kann seinen Vater oder Mutter gebären? Wer hat seinen Anfänger zuvor gemachet?““ 16) 10. Durch die Vereinigung der Menschen mit dem sicht⸗ baren Amte Jesu ist die Kirche entsprungen und eine sichtbare und unsichtbare zugleich geworden. Sichtbar, indem sie äußerlich unter das Amt Jesu sich begab, un⸗ sichtbar, indem sie innerlich die Kraft des Amtes Jesu erfuhr. „„Die Gemeinschaft ist zweierlei; gleichwie im Sacrament zwei Dinge sind, nemlich das Zeichen und die Bedeutung. Die erste Ge⸗ meinschaft ist innerlich, geistlich, unsichtiglich im Herzen; das ist, so je⸗ 13) Von der Winkelmesse und Pfaffenweihe, T. 19, 1560 ff. 129, 130. 14) eod. 1547 ff. 15) T. 19, S. 1548. 16) T. 19, S. 128. V. d. bab. Gefgß. der Kirchen.