# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1859_S14 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 14 Die Geschichte der Lehre vom geistlichen Amte ꝛc. Wort und durchs Wort will er uns alles geben, und ohne Wort will er uns nichts geben.“3) „„Denn die Kirche entspringet aus dem Wort der Verheißung durch den Glauben, und wird eben mit demselben Wort der Verheißung er⸗ nähret und erhalten.““4) 3. Die Sacramente sind durch das Wort Gottes, was sie sind. „„Die Sacramente ohne das Wort nicht sein können, aber wohl das Wort ohne die Sacramente, und zur Noth, einer ohne die Sacramente, aber nicht ohne das Wort könne selig werden.““5) 4. Das Wort ist die sichtbar gewordene Gestalt des göttlichen Wesens und Willens. „„Dies ist das Hauptstück und das hohe Hauptheiligthum, davon das Volk heilig heißt. Denn Gottes Wort ist heilig und heiliget alles, was es rühret, ja es ist Gottes Heiligkeit selbst.““6) 5. Im Worte kommt das Amt Jesu zu seiner Erscheinung, und erweist sich als Zeugniß und Mittheilung des Lebens Christi. „„Das christlich geistlich Priesterthum, darinne Christus allein selig und lebendig, ewig der höchste Priester ist, darum auch sein ganz Prie⸗ sterthum, und alles, was darinnen ist, ewig heilig und lebendig ist.— Sein Gesetz ist der Glaube, das ist eine lebendige geistliche Flamme, da⸗ mit die Herzen durch den heiligen Geist entzündet, neu geboren und be⸗ kehret werden. — Das lebendige Wort Christi, wenn mans predigt, gibt den Geist, welcher mit dem lebendigen Feuer schreibet das Gesetz Gottes in unser Herz.7) — Also ist das Gesetz Christi nicht Lehre, sondern Leben, nicht Wort, sondern Wesen, nicht Zeichen, sondern die Fülle selbst. Aber das Evangelium ist ein Wort, dadurch dasselbige Leben und Wesen, die Erfüllung in unser Herz und Sinn kömmt.““8) 6. Christus allein führet das Amt und hat es niemals abgegeben. „„Denn das müssen wir glauben und gewiß sein, daß die Taufe nicht unser, sondern Christi sei, das Evangelium nicht unser, sondern Christi sei, das Predigtamt nicht unser, sondern Christi sei, die Schlüssel oder Verge⸗ bung und Behaltung der Sünden nicht unser, sondern Christi sei. Summa, die Aemter und Sacramente sind nicht unser, sondern Christi.““9) „„Denn es muß unser Glaube und Sacrament nicht auf der Person stehen, sie sei fromm oder böse, geweihet oder ungeweihet, berufen oder eingeschlichen, der Teufel oder seine Mutter: sondern auf Christo, auf seinem Wort, auf seinem Amt, auf seinem Befehl und Ordnung.““10) 3) Predigt am Tage der hl. drei Könige W. Tom. 13, 313. 4) B. d. babyl. Ge⸗ fängniß der Kirchen, Tom. 19, 128. 5) Von der Winkelmesse und Pfaffenweihe a. 1533. Tom. 19, 1537. 6) Von den Conciliis und Kirchen a. 1539. T. 16, 2785. 7) Vom Mißbrauch der Messe an die August. z. Wittenb. T. 19, 1398. 8) eod. 1399. 9) Von der Winkelmesse u. Pfaffenweihe, T. 19, 1550. 10) eod. S. 1551.