# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1859_S12 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 12 Die Geschichte der Lehre vom geistlichen Amte ꝛc. den; ist das Erstere der Fall, so findet kein realer Unterschied zwischen den Personen Statt; ist das Zweite der Fall, so muß Gott ein zusammengesetztes Wesen sein.““ Hier ist es besser, den Gegner auf die Aussprüche der Schrift zu verweisen, die uns über dieses Geheimniß vollständig und deutlich unter⸗ richten, als weitläuftig zu untersuchen, ob die persönliche Eigenheit real, oder formal, oder beziehungsweise von dem Wesen des Vaters unterschieden sei; denn was man auch sagen mag, der hartnäckige Gegner findet doch wieder etwas aus der Vernunft zu entgegnen. Auf das einfachste und sicherste ist die Antwort, daß die philosophischen Axiome nicht außer ihrer Sphäre auf die höchsten und der menschlichen Vernunft unbegreiflichen Geheimnisse, die in der Schrift offenbart werden, anzuwenden sind, nehmlich also, daß dieselben aus jenen bestritten werden.“ „Dies sei denn von dem Gebrauch und Mißbrauch der Philosophie in der Theologie gesagt. Von diesem allem läuft die Summa darauf hinaus, daß der Philosophie in der Theologie nicht das Meistern, sondern das Dienen zuzuschreiben ist, was Philo in dem Buch von den Cherubim mit diesem Gleichniß erklärt: „„Die Theologie soll gleichsam die Sarah in dem Hause des Herrn sein, die Philosophie als Magd zugelassen werden und das Amt der Hagar in Abrahams Hause versehen.““ Luther pflegte die Philosophie mit der Eselin zu vergleichen, die Theologie mit Christo, der auf der Eselin sitzt. Die Eselin, sagt er, ist nicht auf Christum, sondern Christus auf die Eselin zu setzen.“ (Fortsetzung folgt.) Die Geschichte der Lehre vom geistlichen Amte auf Grund der Geschichte der Rechtfertigungslehre von Wilhelm Preger, Prof. der protestant. Religionslehre und der Geschichte an den königl. Gymnasien zu München. Nördlingen bei Beck. 1857. 8. IV. 238. Schon längst beabsichtigten wir, von dieser Schrift eine auf den Inhalt eingehende ausführliche Anzeige zu machen. Mangel an Zeit hat uns bisher daran gehindert. Und auch gegenwärtig müssen wir uns damit begnügen, unseren Lesern nur die Inhaltsübersicht und einen Hauptabschnitt daraus mitzutheilen, indem wir uns vorbehalten, auf die darin entwickelte Theorie später zurückzukommen. Der Inhalt ist folgender: I. Aufgabe. II. Die apostolische Rechtferti⸗ gungslehre. III. Die Lehre der Apostel vom Amte Christi. 1) Was das Amt Christi sei? 2) Von den Vorstufen des Amtes Christi. 3) Mannigfaltigkeit des Amtes Christi. 4) Sichtbare und unsichtbare Kirche. 5) Von der Ge⸗