# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1859_S6 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 6 Vorwort zu Jahrgang 1859. der Propheten erfahren und, wie die Alten reden, dem Volke Gottes entwendet haben. Zur Bestätigung der Lehrpuncte der anderen Gattung können philosophische Beweisgründe angewendet werden; nicht zwar, weil es nöthig wäre, gleich als könnte die Theologie dieselben nicht aus ihrem eigenen Princip beweisen, sondern zum Ueberfluß, damit es deutlich erhelle, daß nicht allein das Licht der Gnade, sondern auch das Licht der Natur sie einiger⸗ maßen erreichen könne; auch nicht an erster Stelle, gleich als ob die meiste Beweiskraft in jenen philosophischen Beweisen läge, sondern untergeordnet. Der anasteuastische oder elenktische Gebrauch besteht in Bestreitung und Widerlegung von Lehrpuncten, wobei also zu verfahren ist: Falsche und irrige Lehren sind vorerst aus dem eignen Princip der Theologie, nehmlich aus der heil. Schrift, zu widerlegen, welches die eigentliche, vornehmliche und wirk⸗ same Widerlegung ist; darnach können auch philosophische Gründe hinzuge⸗ fügt werden, damit man zeige, daß jenes falsche Dogma nicht nur mit dem Lichte der Gnade, sondern auch mit dem Lichte der Natur streite; welches eine secundäre, weniger principale und ohne die erstere ganz unwirksame Beweis⸗ führung ist. Zum anasteuastischen Gebrauch gehört auch dies, daß man die Beweise der Gegner durch Instanzen (zur Widerlegung beigebrachte Beispiele), die aus der Natur selbst geholt sind, entkräften kann. So setzt Augustinus, wenn die Arianer sagen, daß das, was gezeugt wird, mit dem, wovon es ge⸗ zeugt wird, nicht von gleicher Dauer und daß also der Sohn mit dem Vater nicht gleich ewig sein könne, — da mit Recht den Ausfluß der Strahlen ent⸗ gegen, der mit der Sonne von gleicher Dauer ist.“ „Vielfach ist der Gebrauch der Philosophie in der Theologie, aber vielfach und zwar überaus verderblich ist in derselben auch ihr Mißbrauch, von dem wir so handeln wollen, daß wir zeigen, wie die Philosophie in dem orga⸗ nischen, katasteuastischen und anasteuastischen Gebrauche in Mißbrauch ver⸗ kehrt werde. Bei dem organischen Gebrauche mißbraucht man die Phi⸗ losophie, 1. wenn man dafür hält, daß jene durch das Studium der Philoso⸗ phie zu erlangende Ausbildung des Geistes eine Quelle (principium) des seligmachenden Glaubens sei und bei der innerlichen Erleuchtung des heil. Geistes von wirksamem Einfluß sei. So schreibt (der reformirte) Keckermann in seinem System der Th. B. 1. C. 4. S. 57: „„Gott will das Licht des heil. Geistes durch jene zwei ganz verschiedenen Disciplinen, die Metaphysik und Logik, in dem Verstande der Menschen anzünden.““ Aber jene Wirkung, die göttliche, innerliche und geistliche Erleuchtung, wird in der Schrift nirgends dem Mittel der Philosophie, sondern allein dem geoffenbarten Wort zuge⸗ schrieben, Ps. 19, 9., 119, 105., 2 Pet. 1, 19. Derselbe Keckermann schreibt in den philosophischen Vorkenntnissen, B. 1. C. 4. S. 80: „„Durch die Phi⸗ losophie wird in uns die Frömmigkeit, der Dienst, die Verehrung und die Anrufung Gottes erweckt.““ Aber die wahre Frömmigkeit ꝛc. kann nicht Statt haben ohne Erkenntniß des Mittlers Christus, welche die Philosophie nicht durch ihre Forschungen erlangen kann, Joh. 5, 23., 14, 6. Hierher gehört der Irrthum Zwingli's, Bullinger's, Andradius' u. A., welche den