# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1864_S381 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 381 Kirchlich-Zeitgeschichtliches. — I. America. Die allgemeine Synode von Ohio war am 13. Oct. d. J. und die folgenden Tage versammelt. Im „Lutheran Standard" vom 1. Nov. lesen wir von den Verhandlungen derselben u. A. Folgendes: „Die Frage von Kirche und Amt, auf deren Besprechung bereits viel Zeit verwendet worden ist, ohne daß ein genügendes Resultat erzielt worden wäre, wurde wieder bis zu unserer nächsten Versammlung zurückgelegt, mit der Uebereinkunft, daß dann die drei ersten Tage derselben gewidmet werden sollen. — Die Concordia-Synode" (deren Präses bekanntlich Pastor Krause war) „aus vier in verschiedenen Staaten wohnenden Gliedern bestehend, kam um Zulassung als ein gesonderter District ein. Das Gesuch wurde einer Committee übergeben, welche dagegen berichtete. Der Bericht wurde angenommen. Eine Vermehrung von kleinen Districten wurde nicht für erwünscht geachtet. Auf diesen Grund hin wurde auch dem südlichen District gerathen, sich mit der westlichen Districts-Synode zu vereinigen." Professor Sternberg von der Hartwick-Synode, der sich, wie schon gemeldet, wegen seiner zwinglisch-rationalistischen Grundsätze gegen die vorgeschlagene Verbesserung des Bekenntnisses der Generalsynode zur Augsb. Confession entschieden ausgesprochen und die Verwerfung derselben in seiner Synode durchgesetzt hat, verdient wenigstens in diesem Puncte das Lob der Ehrlichkeit. Er schreibt u. A. im "Observer" vom 28. Oct.: „Die Erklärung sagt nicht, daß die A. C. eine correcte Darlegung der Grundlehren des göttlichen Wortes enthalte, sondern daß sie eine correcte Darlegung sei ꝛc., und zwar nicht bloß ihre Lehrartikel, sondern die A. C., d. i. das Ganze derselben. Dies implicirt klärlich, daß jeder Theil der A. C. Lehre lehrt, daß jede so gelehrte Lehre fundamental ist und daß alles, was in Betreff jeder Fundamentallehre gesagt wird, correct ist. Keiner von diesen Sätzen kann aufrecht erhalten werden. Die zwei ersten sind offenbar unwahr. Wenn die Erklärung etwas nicht fundamentales in der A. C. zuließ, was sie nicht thut, so war ich doch nicht vorbereitet, sie mit abzugeben in Betreff jeder in der A. C. vorgelegten Lehre, die anerkannt fundamental ist. Ich führte als Beispiel die letzte Clausel des 2. Artikels an, welche nach meinem Urtheil klar die Wiedergeburt durch die Taufe lehrt. Die Generalsynode mag ihre eigenen Meinungen kund geben, aber eine autoritative Auslegung der A. C. kann sie nicht mehr geben, als die römische Kirche betreffs der Bibel. Das Document muß für sich selbst reden. Es ist ferner einleuchtend, daß die zwei Parteien, welche sich unglücklicherweise in der Kirche befinden, in ihren Ansichten nach der Annahme des Amendments nicht mehr übereinstimmen, als zuvor. Jeder wird seine eigene Auslegung in den gebrauchten Ausdruck legen und den anderen einer falschen Deutung desselben beschuldigen. Die Ultra-Symbolisten werden darauf dringen, daß wir das Ganze der A. C. uneingeschränkt unterschrieben haben, und werden uns zu einer Exanimo-Haltung des ganzen Bekenntnisses für verpflichtet ansehen. Wir mögen sagen, daß wir nur an das Fundamentale gebunden sind. Sie werden sagen, daß alles fundamental sei, und uns der Zweizüngigkeit bei unserer Erklärung, die wir unterschrieben haben, beschuldigen, und wir werden verstummen, denn der Ausdruck des Amendments unterstützt klärlich die Deutung, welche sie demselben natürlich geben werden. Aus unserem eigenen Munde werden sie uns verdammen. Was wollen wir dann thun? In der That! das wird ein gesegneter Zustand des Friedens und der Harmonie werden! Obsta principio (Widersetze dich dem Anfang)." — Gewiß gibt es noch sehr viele innerhalb der Generalsynode, welche, wenn sie ehrlich sein wollten, gerade so reden müßten. Prof. Sternberg beschämt sie. So ehrenhaft aber für denselben die hiermit an den Tag gelegte Ehrlichkeit ist, so sollte er doch darin noch einen Schritt weiter gehen und auch den Anspruch auf die Gliedschaft einer Kirche aufgeben, deren Glaubensbekenntniß er nicht theilt.