# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1864_S378 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 378 Litterarische Intelligenzen. sche Züge der sogen. freien Richtung hebt er u. a. hervor: die Gedankenlosigkeit. „„Wo das Nachdenken eintritt,"" meist geweckt durch das Christenthum, da „„hört auch die Befriedigung (welche der Rationalismus gewährt) auf. Und das mag auch der Grund sein, weshalb diese freie Richtung meistens sich so gereizt zeigt gegen die Anhänger des biblischen Christenthums,"" welches die „„Befriedigung stört, die sie bisher aus der unbelästigten Alleinherrschaft einer hinträumenden Gedankenlosigkeit schöpfte."" Ferner: die Schwebelei. „„Wo es ihnen (den Aufgeklärten) paßt, berufen sie sich das eine Mal auf die Pastoren gegen die Bibel, und das andere Mal auf die Bibel gegen die Pastoren. Und obschon sie immerfort behaupten, sie können von der Kirche nichts lernen, so scheinen sie doch dies Stück von einem Kirchenstück gelernt zu haben, nämlich von den Wetterfahnen auf den Thürmen, die bald links, bald rechts zeigen, wie gerade der Wind weht."" Sodann auch die Bornirtheit. „„Von ihrem vorurtheiligen Widerwillen (gegen Christenthum) ausgehend, wollen sie (die Rationalisten) auch nur wieder bei demselben Widerwillen anlangen, und auf ihrem Wege dahin durch nichts in ihrem Widerwillen gestört sein. Wenn man so das gewünschte Ziel des Weges gleich vorausnimmt; wozu dann noch weitere Ueberlegungen und Bemühungen, um es richtig zu erreichen? Man ist ja schon da. Alles Reden bleibt da eigentlich immer auf demselben Flecke, wie die Ochsen auf der Tretmühle."" Niemals werden die Aufklärer sich bewegen lassen, „„die Ueberschrift über der Eingangsthüre des delphischen Tempels gründlicher zu studiren, die dem Sokrates sein Lebelang so viel zu schaffen machte."" Das Schriftchen verdient Beachtung." ──── Zur Charakteristik der ebenfalls im vorigen Hefte nur angezeigten „Apologetischen Vorträge von Luthardt" theilen wir folgende Recension des „Freimund" vom 15. Sept. mit: „Der geehrte Herr Verfasser stellt uns im ersten Vortrag dar den Gegensatz der Weltanschauungen in seiner geschichtlichen Entwicklung, im zweiten die Widersprüche des Daseins, im dritten den persönlichen Gott, im vierten die Weltschöpfung, im fünften den Menschen, im sechsten die Religion, im siebenten die Offenbarung, im achten die Geschichte der Offenbarung: Heidenthum und Judenthum, im neunten das Christenthum in der Geschichte, im zehnten die Person JEsu Christi. Den Vorträgen folgen Anmerkungen, welche den Nachweis für das in den Vorträgen aus andern Schriften Beigebrachte enthalten. Angeregt wurde der Verfasser zu diesen apologetischen Erörterungen durch die Pensées von Pascal. Er sagt selbst, daß seine Apologetik aus den Pensées herausgewachsen ist. Demgemäß ist seine Aufgabe, die christliche Weltanschauung „„als die allein befriedigende Lösung des Problems des gesammten Daseins, des Menschenlebens und seines Räthsels, des Menschenherzens und seiner Fragen vor dem modernen Denken und mit den Mitteln der modernen Geistesbildung nachzuweisen, damit man erkenne, daß das Christenthum die allzeit junge und stets neue, für alle Zeiten und Culturzustände gleich angemessene und