# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1864_S377 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Litterarische Intelligenzen. 377 solchen unionistischen Straußenmagen, der alles verträgt!). Die Kirche (welche?) duldet Verschiedenheit der Meinungen und Freiheit der Discussion. Wenn Neurerei mit ihrem Skepticismus, wenn die Fluth des Formalismus, die in der Vergangenheit über unser Zion hinrauschte, keine Trennung hervorbringen konnten, so fürchten wir auch keine von dem Streit der Meinungen zwischen der Generalsynode und den Ultra-Symbolisten trotz einiger schismatischer Maßregeln. Die lutherische Kirche in diesem Lande wird, glauben wir, Ein Körper bleiben. Aber der Charakter dieser Einen lutherischen Kirche wird von dem Ausgang des eben beginnenden Kampfes abhängen. Sollte die kleinere Parthei die größere an Eifer, Scharfsinn und Kraft übertreffen; sollte die Majorität gleichgültig bleiben, ihre Anstalten und ihr Blatt verkümmern lassen; sollten ihre Schreiber die Sache mit der Liturgie, dem Katechismus und Gesangbuch vernachlässigen: so bedürfte es keiner Prophetengabe, um die Folgen vorherzusehen. Hinwieder, da die Generalsynode im Vortheil ist, da sie den wahren lutherischen Standpunkt einnimmt (so?), den biblischeren, dem Geist der Zeit und des Landes, darin wir leben, gemäßeren (ja! ja!), im Wirken für die Bekehrung der Sünder und die Erbauung der Gläubigen durchgreifenderen, und da sie an Zahl überlegen ist: so wird eine gleich ernste Führung des Kampfes von ihrer Seite sie in den Stand setzen, den Sieg davonzutragen, und ihr liberales, evangelisches, kräftiges und wahrhaft lutherisches Christenthum über die amerikanische Kirche auszugießen. Dieser Kampf muß in einem ernsten, betenden und christlichen Geiste geführt werden. Schimpfnamen und kränkende Beiwörter von einer oder der anderen Seite werden es nicht thun. Das Reiten alter Steckenpferde ist es nicht, was dieser Zeit noth thut, sondern Anstrengen der Kräfte der Kirche in der Unterstützung ihrer Anstalten und ihres Blattes, desgleichen Erzeugung einer heiligen Literatur, die ihres historischen Namens und der Hunderttausende von Lutheranern würdig ist, welche die zukünftige Kirche dieses Landes bilden werden."— ────◆◆──── Litterarische Intelligenzen. Zu dem bereits im vorigen Hefte nur angezeigten „Religionsgespräch von Dr. H. Thiele" tragen wir nach, was Ströbel über dasselbe schreibt: „Ein gutes Büchlein wider die Aufklärer. Im „„Religionsgespräch"" unterhalten sich „„Slicht, ein achtbarer Mann; Kraulmeyer, ein gebildeter Mann; Horstmann, ein Pietist."" Auf die höflichste Weise setzt der „„Pietist,"" ein gewandter, in Glaubenssachen gut beschlagener lutherisch Gesinnter, den beiden Anderen, namentlich dem unwissenden, aufgeblasenen, denkfaulen Krautmeyer, die ganze Armseligkeit der „„Zeitbildung"" auseinander, — jenes flüssigen, schwer zu bestimmenden Dinges, „„in welchem als das Beste noch allerlei Brocken umherschwimmen, die vom Tische des Christenthums entnommen sind, unter andern auch das Stück von der erhabensten Tugendlehre, von der Unsterblichkeit u. s. w."" Als charakteristi⸗