# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1864_S374 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 374 Der über die Generalsynode hereinbrechende theologische Conflict. Auf der andern Seite stehen diejenigen, die die Lehrbasis der Generalsynode für lax und zum Radikalismus hinneigend halten und eine uneingeschränkte Unterschreibung aller symbolischen Bücher befürworten. Nach dem, was sich auf der letzten Versammlung der Generalsynode kundgab, scheinen diese Brüder nicht länger willig zu sein, auf der alten, liberalen (!), evangelischen Basis mit all den anderen frommen Lutheranern zusammenzuwirken. Ob sie in der Generalsynode bleiben, oder sich von ihr trennen und mit solchen vereinigen werden, die mit ihnen in Wahlverwantschaft stehen, muß die Zukunft lehren. Doch ist offenbar, daß sie nicht mehr von Herzen zur Generalsynode stehen. Was die numerische Stärke betrifft, so zeigte sich auf der letzten Generalsynode, daß die Ultra-Symbolisten bedeutend in der Minorität sind. Werden sie im Stande sein, das, was ihnen an Zahl fehlt, durch größeren Eifer und Hingebung an die Interessen ihrer Parthei, durch Gewinnung überwiegenderer Talente und durch eine kühnere und intolerantere Befürwortung ihres Systems zu ersetzen? (Das wäre ja schrecklich.) Der Kampf der Geister ist schon seit einiger Zeit ausgebrochen. Doch hat bisher nur die Ultra-Parthei ihre Streitkräfte zum Angriff geführt, während die Conservativen nur eine kleine Schaar ihrer Truppen ins Feld gestellt haben, um ihre Position zu vertheidigen. Aengstlich fragen daher jetzt gar manche: wird man der angreifenden hochkirchlichen (so?) Bewegung ins Künftige Widerstand thun, oder soll die ganze Kirche ihrem durchsäuernden Einfluß preisgegeben werden? Die Hauptkräfte, durch welche die Ultra-Confessionellen jetzt auf die Kirche einwirken, sind: das neue Seminar zu Philadelphia, der "Lutheran and Missionary" und die Publication von Katechismen, Liturgien und Gesangbüchern unter der Autorität der Pennsylvania-Synode. Damit versuchen sie offenbar den entsprechenden Kräften der Freunde der Generalsynode entgegenzuarbeiten, nämlich den Anstalten zu Gettysburg, Hartwick, Springfield und Selinsgrove, dem "Lutheran Observer," dem Gesangbuch, Katechismus und der Liturgie der Generalsynode. Allgemein glaubt man, daß nicht wenige der Ultras die Hoffnung hegen, ihre Kräfte würden die liberaleren und conservativeren Mittel der Generalsynode so vollkommen verzehren, wie Pharaos häßliche und magere Kühe die schönen und fetten Kühe auffraßen. Worauf kann eine Minorität solche Erwartungen gründen? Sie mögen von der Trägheit, Gleichgültigkeit und dem Mangel an Einigkeit auf Seiten der Freunde der Generalsynode großen Zuwachs für ihre Parthei erwarten und mehr noch von überlegener Thatkraft, Scharfsinn und Eifer auf ihrer Seite. Es wäre auch nicht das erste Beispiel in der Weltgeschichte, daß die Wenigen durch kluge Politik und brennenden Eifer den Vielen den Preis abgewännen. Diesen Thatsachen ins Auge zu schauen, ist Pflicht der Freunde der Generalsynode. Was das neue Seminar betrifft, mögen Draußenstehende in Frage ziehen, ob es weise war, eine theologische Lehranstalt in eine große Stadt zu verlegen; den Freunden der Anstalt aber scheint der Plaß zu gefallen, weil er es ausnehmend leicht macht, Studenten in ihre Hallen zu