# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1864_S373 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Der über die Generalsynode hereinbrechende theologische Conflict. 373 stehung ihrer ältesten theologischen Schulen zur Folge hatte. Der Streit bewegte sich damals zwischen Rationalismus und Formalismus auf der einen Seite und einem evangelischen, eifrigen Christenthum auf der andern. Die älteren Kämpfer für Orthodoxie und Frömmigkeit waren Männer wie Dr. Lochmann, Dr. J. G. Schmucker, Dr. Dan. Kurtz und Past. Schober; die jüngeren die Pastoren D. F. Schäffer, B. Kurtz, S. S. Schmucker, C. P. Krauth und A. Reck. Diese Männer kämpften mit Ernst für Wahrheit und Rechtschaffenheit und schlugen den Rationalismus, den Unglauben und Formalismus vollkommen aus dem Felde. Aber die Waffen der Sieger waren hauptsächlich aus der himmlischen Rüstkammer, aus der Bibel genommen. Auf unsere Bekenntnisse oder auf das lutherische System der Theologie in seiner specifischen Form nahm man kaum Bezug. Von 1820 bis 1850 machte die Kirche große Fortschritte. Es war dies eine Periode energischer Thätigkeit. Bei der Vermehrung der Zahl lutherischer Prediger und bei dem Fortschritt in Gelehrsamkeit wurden die Bekenntnisse der Kirche und die Werke lutherischer Schreiber sorgfältiger studiert. Dies führte ihrer manche dahin, einen höheren confessionellen Standpunct einzunehmen. Sie waren nicht länger zufrieden, als Lutheraner nur orthodox zu sein auf der allgemeinen Platform, auf welcher evangelische Christen aller Denominationen beisammen stehen können; sie wollten orthodox sein im stricten lutherischen Sinn. So kam es, daß einige unserer Pastoren, indem sie die Idee einer denominationellen Orthodoxie über die Grenzen der confessionellen Basis der Generalsynode ausdehnten, stricter lutherisch zu sein beanspruchten als ihre Brüder. Dies der Ursprung einer Parthei, die bis heute keinen unterscheidenden Namen angenommen hat und die Titel zurückweist, die ihr von Anderen gegeben werden. Es ist daher schwer, diese Brüder von anderen zu unterscheiden, die gleich aufrichtig, fromm, evangelisch, ergeben und gegen die Kirche loyal (sic!) sind, wenn sie auch einige Ausdrücke des Bekenntnisses anders construiren, und mit der Weise der Generalsynode, dasselbe zu unterschreiben, vollkommen zufrieden sind. Um die gegenwärtige Stellung der beiden Partheien in unserer englischen Kirche zu bezeichnen, brauchen wir einerseits nur hinzuweisen auf die große Zahl von Pastoren und Gemeinden, die sich nicht nur in der Generalsynode befinden, sondern auch mit deren Lehrbasis vollkommen zufrieden sind. Das lutherische System der Theologie, wie es in den Bekenntnissen und von den maßgebenden Schreibern der Kirche dargelegt ist, wird von ihnen ernstlich studirt. Die Vortrefflichkeit unseres Lehrsystems sehen sie und erkennen sie an. Sie halten die Augsburgische Confession für eine richtige Darlegung der Fundamentallehren des Wortes Gottes, verwerfen die römische Lehre von der wirklichen Gegenwart Leibes und Blutes Christi im Abendmahl oder der Transsubstantiation (so?) sammt der Lehre von der Consubstantiation und die römische Messe mit allen ihren eigenthümlichen Ceremonien, und läugnen jegliche Kraft der Sacramente ex opere operato, oder daß die Segnungen der Taufe und des Abendmahls ohne Glauben empfangen werden könnten.