# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1864_S372 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 372 Der über die Generalsynode hereinbrechende theologische Conflict. öffentliche Zeugniß gegen die falsche Lehre nicht lassen dürfen und das werden die Breslauer keinesfalls dulden. — Gottlob, daß unsre Missionsarbeit für Ihre Synode und unsre hiesige Anstalt in Deutschland so viel festen Grund und Boden jetzt gewonnen hat, daß die Trennung von Breslau, wie ich hoffe, uns darin keine Gefahr mehr bringen wird. Im Ganzen hoffe ich für die luth. Kirche Deutschlands nur Segen davon, daß der Kampf um die reine Lehre nicht nur mit solchem Ernst geführt wird, sondern die Breslauer Irrlehre auch so mächtig und rücksichtslos sich sucht geltend zu machen. Das wird ja nur ein um so lauteres Gegenzeugniß hervorrufen und die aus der Wahrheit sind, werden ihr schließlich zufallen. So bin ich gerade jetzt nichts weniger als muthlos, sondern im Gegentheil voll freudiger Zuversicht für die Zukunft. Noch eine fröhliche Nachricht: am 15. Oct. ist auch Pastor Kollmann von Mecklenburg zu uns nach Steeden übergezogen und ich hoffe, an ihm nun einen lieben trefflichen Gehülfen für unsre Anstalt zu haben. Er ist sowohl klar und fest in der Lehre, als auch wohlgeübt und erfahren im Jugendunterricht. Er läßt Sie herzlich grüßen. Meine Schülerzahl werde ich noch um einige vermehren müssen, da ich Einzelne unter den Vielen, die sich gemeldet haben, nicht länger zurückweisen kann. So drängt sich uns mit Gewalt die Nothwendigkeit auf, unsre Anstalt zu erweitern. Nun, dem HErrn sei Alles befohlen. In innigster Liebe Ihr Fr. Brunn. ────◆◆──── Der über die Generalsynode hereinbrechende theologische Conflict. (Aus dem "Lutheran Observer" übersetzt von Prof. Crämer.) Wie die Generalsynodisten den Streit anschauen, in den sie je mehr und mehr mit den treu-lutherisch Gesinnten innerhalb ihres Verbandes gerathen, und welch ernste, nur schlecht verhehlte Besorgnisse sie darüber hegen, davon zeugt die folgende Expectoration, die wir dem „Observer" vom 21. October d. J. entnehmen. „Der müßte ein blinder Beobachter der auftauchenden Ereignisse sein, der nicht die Anzeichen eines großen theologischen Conflictes wahrnähme, in den unsere Kirche jetzt geräth und dessen Resultate das Schicksal unseres Zions in diesem Lande entscheiden werden. Vor einem halben Jahrhundert gerieth unsere Kirche in einen ähnlichen Conflict, doch waren damals die Streitkräfte nicht von der riesenhaften Größe wie jetzt. Den frommen, rechtgläubigen, eifrigen lutherischen Patriarchen und Gründern unserer Kirche, die an deren Bekenntnissen festhielten und an dem Aufbau der hiesigen Kirche mit einem göttlichen Eifer arbeiteten, war eine sehr verschiedene Classe von Theologen und Pastoren gefolgt. Viele von ihnen waren in ihrer Theologie Rationalisten, im Cultus Formalisten. Doch um das Jahr 1820 trat eine Reaction ein, welche die Bildung der Generalsynode und die Ent⸗