# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1864_S371 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Correspondenz aus Deutschland. 371 geschrieben war, aber doch alle falschen Breslauer Principien enthielt, öffentlich zu sanctioniren, mit dem ausdrücklichen Verbot aller Gegenlehren, also auch der unsern. Damit entspann sich denn ein neuer zweitägiger Kampf. Allerdings fanden sich jetzt einige, die vorher für Freisprechung des O. K. C. gestimmt, nun aber doch nicht eine solche Knechtung der Lehre wollten, als mit der Aufstellung eines neuen Breslauer Glaubensbekenntnisses gegeben war. Nach heftigen Debatten ergab die Abstimmung endlich 66 Stimmen für die neue Lehrnorm, 19 dagegen, 5 enthielten sich der Abstimmung. Doch war hiermit die ganze Sache gescheitert, da die Synodal-Ordnung in Lehrsachen möglichste Einhelligkeit erfordert. Doch was geschah? Am 14. Oct. trat das O. K. C. mit der schriftlich niedergelegten Erklärung auf: die aufgestellte Lehrnorm sei zwar nicht einhellig angenommen worden, allein das O. K. C. sehe nur in dieser Lehrnorm die einzig richtige Auslegung der Symbole, deshalb werde es künftig nur nach dieser Lehrnorm sein Amt führen und in allen unsern Lehrstreit betreffenden Fällen darnach entscheiden. Mit Beifall nahm die Majorität der Synode diese Erklärung auf, beschloß sogar, die Lehrnorm auf Synodalkosten drucken und in die Gemeinden verbreiten zu lassen. (Ich werde sie Ihnen schicken.) Noch wurde denn im Breslauer Sinn über die Separation der Diedrich'schen Partei verhandelt alle Acte des O. K. C. in diesen Sachen gebilligt und belobt und endlich von der Synode die Abendmahlsgemeinschaft mit den sämmtlichen separirten Pastoren und Gemeinden für aufgehoben erklärt und zwar auf Grund der falschen Breslauer Lehre von Kirche. Nahm man es doch immer mit größter Entrüstung auf, so oft wir von einer „Breslauer Synode" sprachen und nicht zugeben wollten, daß diese „die lutherische Kirche in Preußen" sei, sondern auch für die Diedrich'sche Partei noch Zugehörigkeit zur luth. Kirche in Anspruch nahmen, insofern sie die Basis der luth. Symbole noch nicht öffentlich verlassen. — Am 15. Oct. reisten wir Glieder der Opposition sämmtlich von Breslau ab, nachdem wir unsern Protest gegen die aufgestellte Lehrnorm angekündigt und die weiter darauf hin zu thuenden Schritte uns vorbehalten. So ist die Breslauer Synode verlaufen. Daß im Augenblick die Breslauer Richtung sich zur herrschenden emporgeschwungen und ihre Herrschaft in der Synode auch behauptet, ist offenbar. Doch schließt das nicht aus, daß die Zukunft doch wieder viele, die jetzt betäubt und gefangen sind, wird nüchtern machen und zu neuer Opposition wider die falsche Lehre treiben. Für uns jetzt ist die entscheidende Frage, was thun? Daß es zum Bruch mit Breslau kommen muß, wenn Gott nicht wie durch ein Wunder die Verhältnisse wieder umgestaltet, ist ohne Zweifel. Es fragt sich nur, ob wir etwa sofort und ohne weiteres der Breslauer Synode unsre Trennung sollen ankündigen, oder hiermit warten, bis das O. K. C. die ersten Schritte thut, um wirklich seine falsche Lehrnorm ins Leben zu setzen und gegen uns ins Feld zu führen. Letzteres wird schwerlich lange auf sich warten lassen. So werden wir also wohl in kurzer Zeit ganz der Mühe überhoben sein, auf letztere Frage eine Antwort zu suchen. Werden wir doch das