# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1864_S369 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Correspondenz aus Deutschland. 369 Gegenlehre als die allein symbolische anerkennen. Da muß es also nun jedenfalls zum Biegen oder Brechen kommen. Es ist freilich ein unsäglicher Jammer, daß es so steht, aber auch für uns das günstigste, wenn die Synode so entscheidende Schritte thut, daß wir wissen und außer allen Zweifel gerückt werden, was wir zu thun haben. Aber gerade denn, wenn der Irrthum sich so sicher und mächtig geworden dünkt, daß er allein die Herrschaft zu haben meint, dann ist die Zeit gekommen, wo ihn Gott der HErr zum Sturze bringt und alle redlichen Herzen die Wahrheit erkennen müssen. Grüßen Sie die versammelten Brüder alle herzlichst von mir und unsern mit verbundenen Brüdern, die hier mit mir im Kampf stehen, und helfen Sie uns kämpfen und beten, daß auch diesseits des Weltmeeres die Sache der alten und reinen lutherischen Wahrheit eine, wenn auch erst kleine, doch treue Schaar von Bekennern finde. In innigster Liebe und Treue Ihr im HErrn verbundener Fr. Brunn. Steeden den 20. October 1864. ***Ich habe diesmal Ihnen besonders von der Breslauer Synode zu berichten. Meinen ersten Bericht darüber schickte ich an unsern theuern Br. Sihler nach Fort Wayne, weil ich Sie Alle dort auf Ihrer Synode vermuthete. Ich hoffe, man hat Ihnen mein Schreiben von Fort Wayne mitgebracht. Ich richte nun die Fortsetzung meines Berichtes direct an Sie, da Sie denselben doch wohl werden in Ihren Blättern mittheilen. Wie völlig fruchtlos unsre Verhandlungen über die Lehre mit der Vorsynode endeten, schrieb ich schon. Am 29. Sept. versammelte sich die Synode selbst, aus 90 stimmfähigen Gliedern bestehend. Zunächst wurde der Verwaltungsbericht des O. K. Collegiums vorgetragen, dann zur Begutachtung desselben einzelne Commissionen gebildet, die wiederum die Resultate ihrer Prüfung der Synode vorzulegen hatten. Die erste Woche der Synode ging auf diese Weise hin zunächst mit den Verhandlungen über leichtere Gegenstände, deren Durchsicht schneller von den betreffenden Commissionen beendet werden konnte. In die letzte Woche der Synode sammelte sich nun die Entscheidung alle der schweren Fragen, die uns beschäftigten. Leider stellte sich auch bei der Synode im Ganzen dasselbe Hauptergebniß voraus, wie bei der kleineren Vorsynode: nehmlich die große Majorität ließ sich ganz von dem Einflusse der Breslauer Stimmführer, Huschke, Nagel und Besser, beherrschen und leiten. Die Autorität dieser Männer behielt bei der Mehrzahl ihre unbestrittene Geltung, während man den Eindruck hatte, daß im Ganzen nur wenige waren, die bewußt und selbstständig sich das Huschke'sche Lehrsystem angeeignet hatten. Tief schmerzlich war uns aber besonders, theils daß wir die Majorität — und in ihr viele Pastoren, die im Einzelnen sich früher besser geäußert hatten, — nicht einmal bei den schroffsten Spitzen der Huschke'schen Lehre zu einem Gegenzeugniß bringen konnten, sondern daß man in Bausch und Bogen den ganzen Huschke mit Allem, was er gesagt, 24