# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1864_S366 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 366 Vorschlag und Probe zur Ausarbeitung eines Bibelcommentars ꝛc. ist Christus nicht der Meinung in Himmel gefahren und in des Vaters Reich eingegangen, als ob er vorher nicht im Himmel gewesen wäre und mit seinem Vater regiert hätte; denn nach seiner göttlichen Natur kommt Christo beides von Ewigkeit her zu, nach seiner menschlichen Natur aber war er schon von Anfang seiner Menschwerdung im Himmel und im Reich des Vaters. Joh. 3, 13. Br. Nutzanwendungen. 1.) Weil wir sehen, daß Christus über sich gen Himmel fähret, können wir daraus leichtlich schließen, Christus wolle mit der Welt und ihrem Reich nichts zu schaffen haben. Will uns also lehren, daß wir sein Reich recht ansehen und erkennen sollen, daß es nicht ein weltlich Reich sei, wie die Jünger gedachten, daß er ihnen Geld, Gut und große Herrschaften austheilen würde; sondern ein geistlich und ewig Reich, da er geistliche Gaben denen, so in solchem Reiche bei ihm sind, austheilen wolle. L. 13, 1309. 2. Derohalben, ob wir wohl hier auf Erden mit der Nahrung, mit Weib und Kind und Gesinde, mit weltlichem Regiment und anderm zu schaffen haben und müssen damit umgehen, doch weil wir auch Christen sind und Christus sein Reich nicht hier unten auf Erden führet, sollen wir unsere Herzen und Gemüth über sich heben, nach solchem geistlichen Reich vornehmlich trachten, und ein herzlich Sehnen und Verlangen darnach haben. L. 13, 1312. 3.) Hierbei sollen wir auch lernen, was vor Leiber wir nach diesem Absterben überkommen sollen. Jetzt sind unsere Leiber schwer, ungelenk, langsam; aber wenn wir von Todten auferstehen und neue Leiber überkommen werden, die werden wohl rechte Leiber von Fleisch und Bein und allen Gliedmaßen sein; aber sie werden nicht mehr so schwer und ungelenk sein, sondern gleichwie wir mit Gedanken jetzt behende da und dort sind, also wird mans dazumal mit dem Leibe können thun. Die Herrlichkeit, die Christi Leib hat, sollen wir an unserm Leibe, nach diesem Leben, auch gewarten, neben dem, daß es fortan sollen unsterbliche Leiber sein, die weder Essens noch Trinkens bedürfen, und nimmermehr an Gesundheit Mangel haben werden. L. 13, 1308. Vers 10. Und als sie ihm nachsahen, gen Himmel fahrend, siehe, da stunden bei ihnen zween Männer in weißen Kleidern. Anmerkung. Diese Weise führen die Engel für und für, daß sie erscheinen in Gestalt eines jungen oder alten Menschen; denn, wie wir nicht allewege ein Kleid gebrauchen, sondern ziehen jetzt dieses, bald ein anderes an, und verlieren doch oder verwechseln nichts von unserm Leib, so bleiben die Engel einerlei Geister, ob sie wohl den Menschen nicht allezeit in einerlei Gestalt vorkommen, sondern gleichsam mit ihrem Kleide umwechseln. L. 1, 1494. Vers 11. Welche auch sagten: Ihr Männer von Galiläa, was stehet ihr und sehet gen Himmel? Dieser JEsus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren.