# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1864_S364 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 364 Vorschlag und Probe zur Ausarbeitung eines Bibelcommentars ꝛc. werden die Gaben des Heiligen Geistes mitgetheilt, nicht aber durch meine, sondern durch die Macht dessen, der nun bald offenbar werden wird. Br. Anders und mehr mit Luther übereinstimmend bei Joh. 1, 26., wo er einen Unterschied beider Taufen hinsichtlich der Lehre annimmt und sagt: Die Lehre Johannis tödtet und bereitet zur Rechtfertigung durch die Predigt des Gesetzes, folglich ist seine Taufe ein Sacrament der Tödtung und zukünftigen Rechtfertigung. Die Lehre Christi macht lebendig und gerecht den, der da glaubt, folglich ist die Taufe Christi ein Exempel der Lebendigmachung und Rechtfertigung. Vers 6. Die aber, so zusammenkommen waren, fragten ihn und sprachen: HErr, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Israel? Anmerkungen. Also hielten die Apostel nicht dafür, daß Christus würde durch das Wort regieren, sondern sie hofften, er würde das Reich Israel wieder aufrichten. Sie sahen zwar herrliche und große Thaten, sie hörten seine wunderbaren Dinge, die er vornahm, und doch gedenken sie, das wäre nicht die Herrlichkeit seines Reichs, sondern hoffen, er werde ein Herr der Welt werden, der die Römer unter das Joch bringen und alle Heiden sich unterwerfen würde, sie aber zu Fürsten in der Welt und zu Herren über die Reichthümer der ganzen Welt machen werde. L. 6, 1057. Nutzanwendungen. 1.) Auch die Heiligen, so lange sie in diesem Leben sind, haben ein groß Partikel von dem alten Adam und ist große Kunst, daß man über dem Worte nicht richte nach menschlicher Vernunft. Die Jünger sind voll Gaben und heil. Geistes, dennoch reden sie fleischlich und wie es ihnen die Vernunft und das Fleisch eingibt. Also auch, wir machen es nicht besser, und wir alle haben auch noch fleischliche Gedanken, ob wir schon getauft sein und Christen heißen. 13, 1247. 2.) Solcher groben Stücke findet man viel im Evangelio, daß die Apostel zu Zeiten grob angelaufen und gewarnet haben; welches uns alles zu Trost und Stärkung geschrieben ist, daß wir nicht so bald verzagen sollten, ob es uns zu Zeiten am Glauben fehlet, und uns nicht so bald können in Gottes Werke und Wort schicken. Hat es den großen Leuten, die da zukünftige Säulen der Christenheit sein sollten, gefehlet, darf sich wahrlich niemand verwundern, ob es uns zu Zeiten nicht will von Statten gehen; ja, es erschrecke niemand darüber. Es ist Gottes Werk und Sache, der kann es besser machen, wenn es ihm wohlgefällt. L. 11, 2946. Vers 7. Er sprach aber zu ihnen: Es gebühret euch nicht zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat. (Als sollte er sagen: Laßt meinen Vater und mich sorgen, was geschehen soll, gehet ihr hin und thut, was ich euch heiße. L. 21, 457.) Nutzanwendungen. 1.) So verbietet auch Christus Marc. 13, 32., daß man des jüngsten Tages gewiß sei, welches Tages oder Jahres er kommen werde. L. 6, 1489.