# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1864_S361 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Vorschlag und Probe zur Ausarbeitung eines Bibelcommentars ꝛc. 361 daß wir einen haben, durch welchen wir Gott angenehm sind, ob wir gleich in Sünden stecken: denn er siehet nicht uns an, sondern seinen geliebten Sohn, in welchem wir ihm auch wohlgefallen. Darum thun die närrisch, die mit Werken wollen vor Gott handeln und dieß Mittel aus dem Wege thun. (11, 2838.) * Beilage C. Auslegung der Apostelgeschichte St. Lucä, Cap. 1, 1 — 11, aus Dr. Luther, Brentius, Jonas und den symb. Büchern. Vers 1. Die erste Rede habe ich zwar gethan, lieber Theophile, von alle dem, das JEsus anfing, beide, zu thun und zu lehren. a Anmerkungen. Ehe Lucas die Himmelfahrt Christi beschreibt, die er am Schlusse seines Evangeliums nur kurz erwähnt hatte, verbindet er dieß Buch mit dem vorigen so, daß er das kurz zusammenfaßt, was er dort ausführlich gehandelt hatte. Br. a) Folglich bestand das ganze Amt Christi während seines sichtbaren Wandels auf Erden in zweierlei, und zwar im Thun, namentlich in Verrichtung von Wunderwerken, und im Lehren oder in der Predigt des Evangeliums. So bezeugten auch die beiden Jünger auf dem Wege nach Emmahus, Christus sei ein Prophet gewesen, mächtig in Thaten und Worten, Luc. 24, 19. Br. Christus war ein solcher Prediger, der Gottes Wort nicht allein im Munde führete, sondern auch mit dem Werk beweisete, L. 13, 721. W. A. Nutzanwendungen. Die Werke sollen zuvor gehen der Lehre, sonst ist's Gleisnerei, wo Worte ohne Werke sind, L. 11, 241. — Es ist offenbar, daß gar ein großer Unterschied ist unter Lehren und Leben, gleichwie zwischen Himmel und Erden ein großer Unterschied ist. Das Leben mag wohl unrein, sündlich und gebrechlich sein, aber die Lehre muß rein, heilig, lauter und beständig sein. Das Leben mag wohl fehlen, das nicht alles hält, was die Lehre will, aber die Lehre, (spricht Christus, Math. 5. v. 18.) muß nicht an einem Titel oder Buchstaben fehlen, ob das Leben wohl ein ganzes Wort oder Riege in der Lehre fehlet. Ursache ist die, denn die Lehre ist Gottes Wort und Gottes Wahrheit selbst; aber das Leben ist unseres Thuns mit. Darum muß die Lehre ganz rein bleiben; und wer am Leben fehlet und gebrechlich ist, da kann Gott wohl Geduld haben und vergeben. Aber die Lehre selbst, darnach man leben soll, ändern oder aufheben, das kann und will er nicht leiden, soll es auch nicht leiden; denn das trifft seine hohe göttliche Majestät selbst an, da gilt kein Vergeben noch Geduld haben, man lasse sie denn mit Frieden und ungemeistert. L. 16, 2029. Vers 2. Bis an den Tag, da er aufgenommen ward, nachdem er den Aposteln (welche er hatte erwählet) durch den heiligen Geist Befehl gethan hatte (daß sie sollten Botschafter an Christi Statt sein und in aller Welt das Evangelium predigen sollten. Rdgl.) Vers 3. Welchen er sich nach seinem Leiden lebendig erzeigt hatte durch mancher⸗