# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1864_S356 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 356 Vorschlag und Probe zur Ausarbeitung eines Bibelcommentars ꝛc. und Colosser zusammenzustellen und zwar nach dem Vorbilde der allerersten Auslegung Dr. Luthers über die Psalmen (W. A. 9, 1474 ff.). Auch davon habe ich eine Probe in der Beilage B. gegeben. Mein gleich anfangs gefaßter Plan in Betreff eines solchen Bibelcommentars aus Dr. Luthers Schriften erstreckte sich gar bald auch auf die exegetischen Werke seiner Mitarbeiter. Ich dachte dabei an die Catenae patrum (s. Buddeus isag. hist. theol. p. 1635) und an die lateinische Bibel A. Osianders, die eine, freilich sehr kurze, Glossa ordinaria, meistens aus den Werken luther. Theologen der nachreformatorischen Zeit, enthält. Ich wünschte mir ein ähnliches Sammelwerk, wie es Chr. Starke in seiner Synopsis geliefert und in unserer Zeit P. Lange begonnen hat. Die meisten exegetischen Schriften aus der Reformationszeit sind so selten geworden, daß viele derselben fast nur noch auf öffentlichen Bibliotheken zu finden sind. Ich erinnere nur an folgende Namen: Althammer, Artopöus, Brentius, Bonnus, Bugenhagen, Cruciger, Draconites, Jonas, Lambertus, Linke, Melanchthon, Purväus Regius und Weller. Sollten wir nicht aus Dankbarkeit für die Gabe der Schriftauslegung, welche ja die höchste ist in der christlichen Kirche und die er jenen Männern, obgleich in verschiedenem Maße, verliehen hat, so wie aus Vorsorge für unsere Zeitgenossen und Nachkommen allen Fleiß anwenden, um aus ihren Schriften in möglichster Kürze das treulich zusammenzustellen, was zum rechten Verständniß, zur fruchtbaren Anwendung der heil. Schrift und namentlich auch zur Darlegung der rechten, so wie zur Widerlegung allerlei falscher Lehre dient? Von seiner Zeit sagt ja Dr. Luther mit Recht in der Predigt am 2. Advent: Das Gleichniß vom Feigenbaum siehet mich an, als sei es die heil. Schrift, die bisher unter der Bank gelegen ist, die schlägt aus, hat Blätter gewonnen, d. i. ihr Wort, das bricht aus, denn in zwölfhundert Jahren ist sie nicht so ferne heraus, die Sprachen auch nicht also bekannt gewesen. In der Beilage C. habe ich einen Versuch gemacht, eine solche Auslegung über die Epistel am Himmelfahrstage zu liefern, dem ich noch Folgendes hinzufüge. Das Maß des Stoffes richte sich zunächst nach dem Maß des in Dr. Luthers Schriften Dargebotenen. Die Zugaben aus dem Vorrath gleichzeitiger luth. Theologen sollen nicht Gleiches und Aehnliches, wie es sich schon bei Dr. Luther findet, wiederholen, sondern mehr zur Ausfüllung der Lücken, so wie zur Einsicht in abweichende Erklärungen dienen. Besonders ausführlich sollen die Perikopen, und zwar auch mit Benutzung der darüber vorhandenen Schriften von Melanchthon, Weller und Spangenberg, behandelt werden. Auch soll durchgängig die Angabe der richtigsten und wichtigsten Parallelstellen, so wie eine Evangelien-Harmonie beigefügt werden. Von denen, welche sich an einem solchen Unternehmen betheiligen wollten, könnten einige zunächst die Vorarbeiten aus Dr. Luthers Schriften und den symbolischen Büchern, andere aber die Zusammenstellung des dargebotenen Materials und noch andere die Ausfüllung der Lücken aus andern Commentaren übernehmen. Könnte dann von den Mitarbeitern ein ähnliches