# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1864_S353 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Lehre und Wehre. Jahrgang X. December 1864. No. 12. (Eingesandt von Past. Keyl sen.) Vorschlag und Probe zur Ausarbeitung eines Bibelcommentars aus den Schriften Dr. Luthers und der luth. Theologen der Reformationszeit. Dr. Luther erwähnt in einem Briefe an Lauterbach, daß ihn mehrere Freunde gebeten hätten, alles bei Seite zu legen und Summarien und Glossen über die ganze Bibel zu schreiben. (W. A. 21, 1532 v. J. 1544.) An einem andern Orte spricht er seinen oft gehegten Wunsch aus, „daß über die ganze Biblia ein kurz Comment gemacht wäre für die Prediger, sonderlich in Latein, wie der gute Mann Nic. de Lyra vorgenommen hat, welches Arbeit nicht zu verwerfen wäre, wo sie gebessert würde.“ (14, 353.) Die Ausarbeitung eines solchen Commentars aus Dr. Luthers Schriften hat vor allen C. Porta in seinem Pastorale Lutheri v. J. 1582 dringend angerathen. Er thut dieß in dem 5. Cap. §. 11, wo er zuerst sein Bedauern ausspricht, daß es Dr. Luthern nicht möglich gewesen sei, selbst eine solche Arbeit zu verfertigen, denn dieselbe wäre mit keinem Gold zu bezahlen, und dann fortfährt: „so danken wir billig dem lieben Gott von Herzen für dasjenige, was er uns aus unverdienter Gnade durch diesen Mann gegeben hat, der gleichwohl in und über die biblischen Bücher also viel commentirt und geschrieben hat, daß fast eine vollkommene Glossa ordinaria über die heil. Schrift aus seinen Büchern könnte zusammengebracht werden, welche andere weit übertreffen würde, denn obwohl die patres orthodoxi in prima ecclesia (die rechtgläubigen Väter in der ersten Kirche) und hernach auch viel fürnehme und unverdächtige Theologen zu unserer Zeit nützliche und herrliche commentarios und explicationes fast über alle Bücher der heil. Bibel geschrieben haben, so sind sie doch beide in rebus (Sachen) und verbis (Worten), den geistreichen Auslegungen unsers Lutheri nicht zu vergleichen, welches ich mit folgenden Zeugnissen hochgelobter und wohlverdienter Theologen beweisen und darthun kann.“ Hierauf folgen Zeugnisse von Erasmus, Melanchthon, Brentius, Regius, Weller und M. Neander (s. „Lutheraner“ Jahrg. 3, Nro. 9.) Im folgenden 12. § giebt Porta eine Anweisung, wie eine solche Glossa ordinaria zusammenzustellen sei. Zuerst empfiehlt er allen Predigern drin-