# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_November 1864_S348 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 348 Litterarische Intelligenzen. fentlich auf der Kanzel ins Angesicht schlagen darf. Hier ist der souveränen Synode die volle Kirchengewalt beigelegt, so daß der Staat nur das Oberaufsichtsrecht behält; und diese souveräne Synode besteht zu zwei Theilen aus Laien, von denen so gut wie gar keine kirchlichen Eigenschaften gefordert werden, und zu einem Theile aus Geistlichen. Wo nun das Regiment liegt, steht ein jeder, und wohin die lutherische Kirche gerathen ist, das folgt daraus. Die luth. Bekenntnisse sind ganz bei Seite geschoben. Man könnte diese grundschlechte Verfassung, die nicht einmal in ihrer eigenen Art etwas bedeutet, ganz summarisch abthun; C.-R. Krabbe hat sich aber die Mühe gegeben, eingehend und gründlich den Widersinn und Widerspruch mit der luth. Kirche bloßzulegen, die großen Gefahren derselben nachzuweisen, und zu zeigen, wie sie nach lutherischer Anschauung gestaltet sein müßte. Ist denn die Verfassung nichts werth, so hat sie doch wenigstens zu einem solchen Gutachten Anlaß gegeben. Demnächst wird bei Gustav Schlawitz in Berlin erscheinen: D. Conr. Dieterici institutiones catecheticae depromptae e b. Lutheri catechesi sivé catechismi Lutheri expositio primum edidit D. Conr. Dietericus a. 1613 ex editione a. 1640 ab Dieterici filio curata denuo edidit D. Aug. Guil. Dieckhoff. Mit Freuden werden unsere geehrten Leser vernehmen, daß also Hr. Prof. Dieckhoff in Rostock den größeren Katechismus des alten Dietrich dem theologischen Publicum unserer Zeit wieder zugänglich macht. Ohne Zweifel gehört dieses classische katechetische Werk, das wir früher im „Lutheraner“ bereits ausführlicher characterisirt haben, vor allen zu den alten luth. theol. Schätzen, die aus ihrer Verborgenheit wieder hervorzusuchen und der Kirche wieder zu geben waren. Gott helfe nun, daß viele darnach greifen und des Segens desselben theilhaftig werden. Das Werk ist folgendermaßen angezeigt: „Die Exposition des Katechismus, die Conrad Dietrich, weil. Professor der praktischen Philosophie zu Gießen, später Superintendent und Director des Gymnasiums zu Ulm, unter dem Titel: Institutiones catecheticae zuerst im Jahre 1613 erscheinen ließ, verdient wohl von Neuem verbreitet zu werden. Sie nimmt eine sehr bedeutende Stelle in der katechetischen Literatur der lutherischen Kirche ein. Gleichzeitig mit den ersten Bänden von Gerhard's Loci erschienen, faßt dieses Werk das Resultat der katechetischen Arbeit des Reformationsjahrhunderts zusammen und hat, wie schon die sehr zahlreichen Ausgaben durch das 17. Jahrhundert bis in die Mitte des 18. beweisen, den bedeutendsten Einfluß auf die so reiche Katechismus-Literatur dieser Zeit, welcher auch die wichtigsten exponirten Katechismen angehören, ausgeübt. Kein anderes Werk dürfte geeigneter sein, den Sinn und Zusammenhang des erklärenden Lehrstoffs, der sich um den Katechismus Luthers sammelte, im genuinen Geiste der lutherischen Kirche zu erschließen, und zugleich den Schlüssel für das genetische Verständniß der exponirten Katechismen des 17. Jahrhunderts bis in das 18. Jahrhundert hinein darzubieten.“