# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_November 1864_S340 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 340 Die Lehre der lutherischen Kirche vom Sonntag. thaei: „In der Frage von dem Unterschied des jüdischen und christlichen Sabbaths sollte ich meinen, sei darauf als auf die Hauptsache zu achten, ob nicht nur die Feier insonderheit des siebenten Tages, sondern auch eines aus den sieben Tagen zum Ceremoniale gehöre, wie diejenigen dafür halten, welche große Lichter unserer Kirche sind, während andere anderer Meinung sind. Die beistimmenden Urtheile derjenigen, welche sagen, auch dieses gehöre nicht zu dem moralischen Theile des Sabbathgebotes, daß einer aus den sieben Tagen dem Gottesdienst und dabei dem Gedächtniß der Schöpfung gewidmet werde, hat der hochberühmte Rostockische Theolog Hr. J. Fecht in seinen sacra schediasmata gesammelt, durch das Gewicht der wichtigsten Gründe unterstützt und denselben beigestimmt. Die Sache zu entscheiden ist wohl nicht so schwierig, wenn in dem mosaischen Gebote die Worte, welche zu dem moralischen und ceremonialen Theile gehören, richtig unterschieden werden. Uebrigens ist die Moderation des großen Rostockischen Theologen Dr. Dorscheus zu loben, welcher diese Meinung anführt und allerdings nicht zurückweist, doch erinnert, was die Verbindlichkeit im N. T. betreffe, so sei am vorsichtigsten gethan, daß die Menschen des N. T., obwohl nicht kraft moralischer Verbindung, doch nach Analogie derselben und in Betracht der höchsten Billigkeit einen Tag aus der Woche anstatt des Sabbaths feiern. Welche Meinung des Dorscheus mit gleicher Moderation der sehr verdiente Wittenbergische Theolog in seiner Theol. did.- pol. P. IV. p. 36. anzunehmen scheint.“*) (L. c. P. 382.) Ferner schreibt Joh. Albrecht Bengel (†1752) in seinem Gnomon zu Col. 2, 16., nehmlich zu den Worten: „oder Sabbather“ also: „Der Plural für den Singular, Matth. 12, 1., aber hier bedeutungsvoll gesetzt, denn Sabbather heißen alle einzelnen Tage der Woche, Matth. 28, 1, daher gibt Paulus zu verstehen, daß aller Unterschied der Tage hier aufgehoben sei; denn nirgends hat er deutlicher vom Sabbath geschrieben. Nicht undeutlich hat Christus, nachdem er selbst, der Herr des Sabbaths, gekommen war, schon vor seinem Leiden die Freiheit vom Sabbath gelehrt, deutlicher aber über dieselbe nach seiner Auferstehung durch Paulus Versicherung gegeben. Es ist jedoch nicht ausdrücklich bestimmt, was dem Sabbath, was dem Tage des HErrn zuzueignen sei, es ist dieses vielmehr dem Maße des Glaubens eines jeden überlassen. Der Sabbath wird nicht gelobt, nicht befohlen; der Tag des HErrn wird erwähnt, nicht geboten. Welche tiefer in die weltlichen Geschäfte verwickelt sind, denen ist ein bestimmter Tag nützlich und nöthig, welche immer Sabbath halten, erfreuen sich einer größeren Freiheit. Der Sabbath ist ein Vorbild auch ewiger Dinge, Ebr. 4, 3 f., *) Wir machen hierbei darauf aufmerksam, daß wir immer nur kürzere Aussprüche unserer Theologen aus ihren Abhandlungen geben, die, in extenso verglichen, die in jenen Aussprüchen enthaltene Meinung noch deutlicher auseinandersetzen. Daher wir unsere geehrten Leser auf diese Erörterungen zu verweisen uns erlauben.