# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_November 1864_S331 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Die Lehre der lutherischen Kirche vom Sonntag. 331 nicht, was mir gefället, thue es mit Willen und ganzem Herzen. Wenn ich aber eigene Werk treibe, und meine Glieder, Ohren, Augen, Zunge, Hände und Füße, Herz und Gedanken gericht sind nach meinem, und nicht nach Got⸗ tes Willen, so sinds alles Werke, die außerhalb und wider den Glauben gehen. Darum sind dies die rechten Werk des rechten Sabbaths, die aus dem Glauben, im Gehorsam und Befehl Gottes hergehen; da wirkt denn Gott den rechten Sabbath. Darum hat auch Gott so streng und hart gehalten über dem Sabbath im Alten Testament, dadurch dieser geistlich Sabbath bedeut ist worden. Denn es ist Alles in einer Figur geschehen, Coloss. 2. Der alt Jüden Sabbath ist nur ein Schatt gewesen gegen dem rechten Sabbath der Christen; darum ließe Gott auch steinigen den, der am Sabbath Holz auflase, wie am vierten Buch Mose stehet, am fünfzehnten Capitel. Das ist aber geschehen um unsertwil⸗ len, daß wir ja mit Fleiß auf unser Feier sehen, und Nichts fürnehmen oder aufrichteten ohn Gottes Wort oder wider Gottes, sondern was wir thun, daß wirs aus Gottes Befehl thuen. Welche aber mit eigener Vernunft und Gutdünkel drein fallen, richten Abgötterei an und predigen unrecht, geben für falsche Lehr unter dem Na⸗ men Gottes Wort und Schein des Worts Gottes, die verführen denn die Welt, fahren frisch heraus, daß sie nur gehört werden; meinen, sie habens wohl ausgericht, wenn sie nur was Neues auf die Bahn bringen. Aber dieser Text hie vermahnet uns, daß wir müßig stehen, und uns für solchen Werken hüten, die nicht von Gott sind geboten; plumpen denn also, wie die Säu, herein, reißen Bilder um, und berühmen sich darnach, Gott habe sie es geheißen, es sei Gottes Wort, aus Gottes Befehl geschehen. Es ist aber ein eigen erlesen, und nicht Gottes Werk, wie oben ange⸗ zeiget ist im ersten Gebot. Gott spricht zu uns: Halt still, heilige mir den Sabbath, laß mich arbeiten. Wenn wir nun erwählen unser Werk, und lassen darneben anstehen Gottes Befehl, so halten wir des Teufels Feier, nicht Gottes. . . . Wenn du nun merkest bei dir ein Werk, das Gott nicht in dir wirket, so tritt es mit Füßen, und bitt Gott, daß er auch in dir zu Schanden mache alles, das er nicht selber wirket. Und wenn du mit einer Predigt könntest die ganze Welt selig machen, und hast den Befehl nicht, so laß es nur anstehen; denn du wirst den rechten Sabbath brechen, und wird Gott nicht gefallen.“ (L's. Werke, Erl. A., Bd. XXXVI., S. 91—98.) Ferner schreibt Luther im Jahre 1538 in seinem „Briefe wider die Sabbather“: „Das dritte Gebot vom Sabbath, darauf die Juden hoch pochen, ist an ihm selbst ein gemein Gebot aller Welt; aber der Schmuck, damit es Moses schmückt und seinem Volk zueignet, ist niemands, denn allein den Jüden insonderheit aufgelegt; gleichwie im ersten Gebot niemand, denn allein die Jüden sonderlich gläuben und bekennen sollen, daß der gemeine Gott aller Welt sie aus Aegypten geführt hat. Denn des dritten Gebots