# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_November 1864_S326 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 326 Die Lehre der lutherischen Kirche vom Sonntag. Christum, und nicht drinnen suchen noch finden, denn ihr eigen Träume. Und wir legen hie den Grund aus St. Paulo 1 Tim. 1, 9.: Dem Gerechten (wie denn ein Christen ist,) ist kein Gesetz geben. Und Petrus Apostg. 15. v. 10.: Was versucht ihr Gott, den Jüngern die Last aufzulegen, welche weder wir noch unsere Väter haben mügen tragen? Sondern wir hoffen, durch die Gnade JEsu Christi selig zu werden, gleich wie auch sie worden sind. Mit diesem Spruch (gleichwie Paulus mit dem seinen) hebt auf St. Petrus den ganzen Mose mit allen seinen Gesetzen von den Christen. Ja sprichst du: Das wäre wohl wahr von den Ceremonien und Judi⸗ cialibus, das ist, was von äußerlichem Gottesdienst und von äußerlichem Regiment Moses lehret; aber der Decalogus, das ist, die zehen Gebot, sind ja nicht aufgehoben, darinnen nichts von Ceremonien und Judicialibus stehet. Antwort ich: Ich weiß fast wohl, daß dieß ein gemeiner alter Unterscheid ge⸗ ben ist, aber mit Unverstand; denn aus den zehen Geboten fließen und han⸗ gen alle ander Gebot und der ganze Mose. Denn darum, daß er will Gott sein alleine, und keine ander Götter haben ꝛc., hat er so mancherlei und viel Ceremonien oder Gottesdienste gestel⸗ let, und also das erste Gebot durch dieselbigen ausgelegt, und wie es zu hal⸗ ten sei, gelehret. Item, darum daß er Eltern gehorsam, keinen Ehebruch, Mord, Dieberei, falsch Zeugniß leiden will, hat er die Judicialia oder vom äußerlichen Regiment geben, damit solche Gebot verstanden und vollbracht worden. Darum ist das nicht wahr, daß keine Ceremonien in den zehen Geboten sind, oder keine Judicialia, sie sind und hangen alle drinnen und gehören hinein. Und daß das Gott anzeigete, hat er selbs zwo Ceremonien mit ausgedruckten Worten hinein gesetzt, nämlich, die Bilder und den Sabbath, und will beweisen, daß diese zwei Stück seien Ceremonien, auch auf ihre Weise aufgehoben im neuen Testament: daß man sehe, wie Doct. Carlstadt in seinem Buch vom Sabbath eben so klüglich handelt, als von den Bildern. Denn St. Paulus Coloss. 2, 16. 17. spricht frei und helle: Laßt euch nie⸗ mand Gewissen machen über Speise und Trank, oder eins Theils Tagen, nämlich den Feiertagen, Neumonden oder Sabbather, welchs ist der Schatten von dem, das künftig war. Hie hebt St. Paulus den Sabbath ja mit Na⸗ men auf, und heißt ihn den vergangenen Schatten, weil der Körper, welcher Christus selbs ist, kommen ist. Item, Gal. 4, 10. 11: Ihr haltet Tage, Monden, Feste und Jahrzeite: ich fürcht euer, daß ich nicht vielleicht umsonst an euch gearbeitet habe. Hie heißt er verlorne Arbeit, Tage und Feste halten, unter welchen der Sabbath auch ist. Auch hat solchs zuvor Esaias verkündigt, Es. 66, 23.: Es wird ein Sabbath am andern und ein Neumonden am andern sein, das ist, täglich wirds Sabbath sein im Neuen Testament, kein Unterscheid der Zeit. Und Danke müsse haben der fromme Paulus mit Esaia, daß sie uns so lange zuvor von den Rottengeistern erlöset haben; wir müßten sonst des Sabbaths Tage sitzen, und das Haupt in die Hand fassen, und der himmeli⸗