# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1864_S314 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 314 Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. und die Augsb. Conf., als eine richtige Darlegung der Fundamental⸗Lehren des Wortes Gottes und des auf dieses Wort gegründeten Glaubens unsrer Kirche, annehmen und fest⸗ halten, können zu irgend einer Zeit in die Generalsynode aufgenommen werden, wenn sie den Anforderungen ihrer Constitution entsprechen und zu ihrer Versammlung nach dem Art. II. angegebenen Maßstab Delegaten senden.“ Welche Aufnahme schon diese leise Verbesserung bei der Hartwick Synode gefunden habe, darüber berichtet der „Observer“ vom 30. Sept. d. J. wie folgt: „Die betreffende Mittheilung des Secretärs der General⸗ synode wurde einer Committee überwiesen, bestehend aus den Pastoren Dr. Sternberg, W. N. Scholl und C. Warner. Dr. Sternberg reichte einen von ihm und C. Warner unter⸗ zeichneten Majoritätsbericht ein, darin er der Verbesserung bezüglich der Augsb. Conf. hef⸗ tig opponirt, indem er fünf oder sechs Gründe beifügt, warum dieselbe sofort verworfen werden sollte. Das andere Committeeglied, Past. W. N. Scholl, erstattete einen kurzen und treffenden Minoritätsbericht, der auffallend mit dem wortreichen Bericht der Majorität contrastirt. Für die Verbesserung wurde in einer nachdrücklichen, aber würdigen Weise ge⸗ sprochen von den Pastoren G. A. Lintner, D. D., E. Belfour, W. N. Scholl und W. J. Cutter. Diese Sprecher suchten nachzuweisen, daß die Verbesserung nicht, wie behauptet wurde, dahin ziele, das Bekenntniß der Kirche und das organische Gesetz der Generalsynode zu verändern; daß sie nur eine billige Forderung stelle; daß sie hinlänglich Raum ließe für eine Verschiedenheit der Meinung in den nicht wesentlichen Puncten; daß, wenn sie ange⸗ nommen würde, ihre natürliche Folge sein werde, Frieden in der Kirche zu schaffen. — Die Sprecher auf der entgegengesetzten Seite waren: Dr. Sternberg, V. F. Cotton, M. J. Stover und H. Wheeler. Ersterer, mag man sagen, hatte die seiner Partei zustehende Ar⸗ beit für sich allein übernommen, indem die andern nur sein Echo bildeten, wiewohl der eine von ihnen eine nahe Verwandtschaft mit dem Jupiter tonans verrieth. Der Dr. machte in zwei sehr langen und heftigen Reden einige wunderbare Behauptungen. Er erklärte ausdrücklich, daß kein einziges Glied der letzten Generalsynode die Sache verstanden habe; hätte man ihm seine Bitte, über diesen Gegenstand zur Versammlung zu sprechen, gewährt, so würde die besagte Verbesserung nie anempfohlen worden sein. Er stand darauf, daß die Behauptung, welche in den Worten liege: „„die mit der ev.⸗luth. Kirche unsrer Väter.... annehmen und festhalten,““ nicht wahr und daß die Augsb. Conf. nie dergestalt angenom⸗ men und festgehalten worden. Er behauptete, daß diese Confession in fundamentalen Stücken falsch sei und die Fundamental⸗Lehren des Wortes Gottes nicht richtig darlege (sic!). Er bestand darauf, daß die Confession die schweren Irrthümer, die ihr gewöhnlich von ihren Feinden zur Last gelegt werden, wirklich lehre, und daß die gegentheiligen Be⸗ schlüsse der jüngsten Generalsynode der Wahrheit entbehrten. Er sagte, die Anempfehlung der Verbesserung sei ein in den Schooß der Kirche geschleuderter Feuerbrand, während doch jedermann weiß, daß sie gemacht wurde, um Frieden anzubieten. Er mühte sich ab zu be⸗ weisen, daß, wenn die Verbesserung angenommen würde, die Kirche in den Schlaf eines todten Formalismus versinken würde. Er erklärte: würde sie angenommen, „„so würde ein Jubelgeschrei entstehen, wenn nicht in der Hölle, so doch wenigstens in dem Sanctum eines gewissen Editors.““ (!) Endlich bezeugte er laut, daß er, wenn die Verbesserung angenommen würde, sicherlich die luth. Kirche verlassen werde, was er zwei Tage später in einem Privatgespräch wiederholte. Die Verbesserung wurde mit 17 gegen 14 Stimmen verworfen.“ Und doch will die Hartwick Synode eine lutherische sein? doch darf sie in der lutherisch sein wollenden Generalsynode bleiben? Fürwahr, bei diesem edlen Körper gesche⸗ hen seltsame Dinge. — C. Das neue theologische Seminar zu Philadelphia und der „Observer.“ Wie bitter böse genanntes Blatt auf das Project sei, zu Philadelphia ein neues ev.⸗lutherisches Predigerseminar für die Synode von Pennsylvanien zu gründen und dasselbe auf das Bekenntniß der Kirche zu basiren, das beweist der „Lutheran and Missionary“ vom 29. Sept. mit folgender Stelle, die er in gesperrter Schrift aus dem „Observer“ abdruckt und darin er mit Recht einen neuen wichtigen Beleg dafür findet, wie nöthig gerade bei einem solchen Standpunct der Generalsynode die Gründung eines eignen, wirklich lutherischen Seminars sei. Die Stelle lautet: „Wir würden eben so