# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1864_S309 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. 309 auf diesem Felde bessern Dienst geleistet, als irgend einer von uns.“ Nur von den symbolischen Schriften der luth. Kirche seien in den letzten fünf Jahren mehr Exemplare an Prediger verkauft worden, als in den vorhergehenden zwanzig Jahren. (Kirchenfreund.) Mission unter den Chinesen in California. Folgendes lesen wir im Evangelisten: In California gibt es 50,000 Bekenner des Heidenthums. Es sind eingewanderte Chinesen. Sie haben in San Francisco zwei Tempel. Die Presbyterianer und die Baptisten haben Missionen unter ihnen, welche Kirchen für sie errichtet haben. Auch arbeiten bereits zwei bekehrte Chinesen als Gehülfen der Missionare. Der „Lutherische Herold“ sagt in der Nummer vom 24. Sept. d. J. in einer biographischen Skizze des berühmten Mathematikers Johann Keppler u. A. Folgendes: „Tief betrübte ihn dabei der Streit unter den Protestanten selbst, der sich oft nur um leere Formen drehte, und bei welchem die Liebe so häufig vergessen wurde. Man zog seine Rechtgläubigkeit in Zweifel, weil er Bedenken trug, die Concordienformel unbedingt zu unterschreiben, da er wegen der darin enthaltenen Verfluchung der über das Abendmahl anders Denkenden eine Verwahrung beifügen wollte. Dies zog ihm viele Verfolgungen zu und sogar das Consistorium von Stuttgart entschied gegen ihn. Er schrieb bei dieser Gelegenheit: „„Ich kann allem Streit ein Ende machen, wenn ich unterschreibe und nichts ausnehme. Es ist mir aber nicht gegeben, in Glaubenssachen zu heucheln. Ich will den Haß gegen Andersdenkende nicht theilen; mein Gewissen erlaubt mir nicht, mich zum verdammenden Richter meiner Brüder aufzuwerfen. Ich verdamme meine Brüder nicht, sie stehen oder sie fallen, so sind sie des Herrn und meine Brüder.““ — So kann ein Blatt schreiben, welches an seine Stirne als sein Motto geschrieben hat: Gottes Wort und Luthers Lehr vergehet nun und nimmermehr, und das schon wiederholt sich zu dem ganzen Concordienbuch, also auch zur Concordienformel bekannt hat! Conflict zwischen einem römischen Bischof und den Militär⸗Behörden. Der „Wahrheitsfreund“ vom 21. Sept. theilt über die Verhaftung, Verbannung und nachherige Freilassung des Bischofs Elder von Natchez, Staat Mississippi, u. A. Folgendes mit. Als der Bischof, einer erhaltenen Ordre gemäß, auf dem Bureau des Hauptquartiers des Brigade⸗Generals Tuttle erschienen war, „eröffnete letzterer die Unterhaltung damit, daß er den Bischof fragte, ob von der katholischen Kirche nicht ein Gebet für die bürgerlichen Obrigkeiten vorgeschrieben sei und, in bejahendem Falle, ob er von diesem vorgeschriebenen Gebete Gebrauch mache. Der General fügte dieser Frage bei, daß er benachrichtigt worden sei, es bestehe ein derartiges Gebet und es sei der Gebrauch, daß solches gewöhnlich während der heil. Messe gelesen, gegenwärtig aber übergangen werde. Wenn nun das letztere der Fall sei, so würde er die Auslassung eines solchen Gebetes unter den jetzt obwaltenden Umständen als eine öffentliche Handlung der Disloyalität betrachten, die er nicht dulden könne. Er sei nun daran, eine Probe zu machen und zu ermitteln, wer seine Freunde und wer seine Feinde seien, und er sei Willens, die Schafe nothwendigerweise von den Böcken zu scheiden ꝛc. Der Bischof Elder erwiederte hierauf, daß in dem Römischen Missale von der Kirche kein derartiges Gebet ausdrücklich vorgeschrieben sei, daß aber einige Gebetbücher, welche in der katholischen Kirche im Gebrauche seien, ein passendes Gebet für die bürgerlichen Obrigkeiten enthielten. Nach dem Anfange der gegenwärtigen politischen Wirren habe er diese Gebete ausfallen lassen und habe an deren Stelle ein allgemeines Gebet für die Behörden der Conföderirten Staaten substituirt und zwar aus dem Grunde, weil zu jener Zeit die Commune von Natchez unter der thatsächlichen Controle der Regierung der Conföderirten Staaten gestanden habe. Er habe den Gebrauch dieses Gebetes für eine kurze Zeit fortgesetzt, habe aber dann, noch während die Conföderirten Truppen im vollen und ungestörten Besitze von Natchez gewesen seien und beinahe ein ganzes Jahr vor der Besitznahme dieser Stadt durch die Truppen der Ver. Staaten auch den Gebrauch dieses von ihm substituirten Gebets fallen lassen und seitdem statt desselben nur die „„Litanei zu allen Heiligen““ als ein Gebet für die Wiederherstellung des Friedens zwischen den kriegführenden Parteien gebraucht. Diese Antwort des Bischofs schien den General völlkommen befriedigt zu haben und die hochwürdigen Herren Geistlichen verließen das Hauptquartier